Energiemärkte : Gasprom hebt kräftig die Preise an

Der russische Energiekonzern Gasprom will die Exportpreise für Erdgas im kommenden Jahr kräftig anheben. Besonders betroffen sind die Nachbarn Weißrussland und die Baltenrepubliken.

Moskau - Geplant sei, den Durchschnittspreis von derzeit 257 Dollar auf 293 Dollar (224 Euro) pro tausend Kubikmeter Gas anzuheben, berichtete die russische Wirtschaftszeitung "Wedomosti" unter Berufung auf den vorläufigen Gasprom-Jahresplan für 2007. Auf dem russischen Markt sollen tausend Kubikmeter Gas demnach im kommenden Jahr 49 Dollar kosten - eine Steigerung um 15 Prozent gegenüber diesem Jahr.

Drastische Erhöhungen sieht der Jahresplan laut "Wedomosti" für den Nachbarn Weißrussland und die drei Baltenrepubliken vor. Weißrussland soll demnach statt bislang 46 Dollar pro tausend Kubikmeter künftig 200 Dollar zahlen. Lettland, Litauen und Estland will Gasprom im kommenden Jahr 220 Dollar bis 260 Dollar pro tausend Kubikmeter berechnen. Deutsche Kunden bezahlen Presseberichten zufolge derzeit 290 Dollar pro tausend Kubikmeter Gas an Gasprom. Deutschland bezieht rund ein Drittel seines Erdgases von dem russischen Staatskonzern.

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte seinem Hauptverbündeten Russland mit dem Abbruch der Beziehungen gedroht, sollte Gasprom den Gaspreis - wie bereits im Frühjahr angekündigt - vervierfachen. Weißrussland ist fast vollkommen abhängig von den Energieimporten aus dem Nachbarland. Preisverhandlungen zwischen Moskau und Minsk hätten noch zu keiner Einigung geführt, berichtete "Wedomosti" weiter. Der russische Botschafter in Minsk, Alexander Surikow, hatte Anfang November mitgeteilt, wegen des gemeinsamen Wirtschaftsraumes würden Weißrussland Zollgebühren abgezogen, so dass der Preis pro tausend Kubikmeter Gas bei etwa 140 Dollar liegen werde. (tso/AFP)

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