Energiemarkt : Eni und Gazprom rücken zusammen

Der italienische Energiekonzern Eni hat 20 Prozent der Gazprom-Tochter Gazpromneft aus der Konkursmasse des zerschlagenen russischen Ölkonzerns Yukos ersteigert.

Moskau - Der Gesamtpreis für das Paket, zu dem auch die kleineren Förderbetriebe Arktikgas und Urengoil gehörten, habe 151,536 Milliarden Rubel (4,36 Mrd Euro) betragen, meldete die Agentur Interfax. Vor der Versteigerung hatte Eni eine Option zur Übernahme der Aktien durch den staatlichen russischen Gaskonzern Gazprom vereinbart.

Gazprom-Vizevorstand Alexander Medwedew schloss nicht aus, dass sein Konzern die Kaufoption auch "binnen weniger Tage" nutzen werde. "Gazprom würde von Eni auch jeweils 51 Prozent der Anteile an Arktikgas und Urengoil gerne übernehmen", sagte Medwedew nach der Versteigerung. Eni und Gazprom hatten die Vereinbarung nach seinen Angaben kurz vor der Auktion getroffen, nachdem die Teilnehmer feststanden.

Chodorkowski weiter in sibirischem Haftlager

Die britische Wirtschaftszeitung "Financial Times" berichtete, Gazprom habe aus Angst vor möglichen Klagen von Yukos-Aktionären nicht selber bieten wollen. Die Option auf das von Eni ersteigerte Paket gelte bis zu drei Jahre, schrieb das Blatt unter Berufung auf informierte Kreise. Nach der Übernahme des 20-prozentigen Anteils wäre Gazprom Alleininhaber von Gazpromneft.

Der Einstiegspreis des Pakets lag bei 144,776 Milliarden Rubel. Es gab insgesamt 26 Gebote. Bei einem Preis von 146,336 Milliarden Rubel stieg der größte unabhängige russische Gasförderer Novatek aus. Dritter Bieter war die staatlich geführte Ölfirma Rosneft. Yukos war mit milliardenschweren Steuernachforderungen in die Pleite getrieben worden. Der einst größte russische Ölkonzern hatte seinen wichtigsten Förderbetrieb, Juganskneftegas, bereits an Rosneft abgeben müssen. Der ehemalige Yukos-Haupteigner und Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski verbüßt wegen Betrugs und Steuerhinterziehung eine achtjährige Lagerhaft in Sibirien. (tso/dpa)

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