Wirtschaft : Energiemarkt: Eon und RWE spielen Monopoly

Dieter Fockenbrock

Hier werden Milliarden bewegt. Ob Gas, Strom oder Wasser - in der Versorgungsbranche wird das ganz große Rad gedreht. Europaweit, weltweit. Mittendrin die beiden Rivalen aus Nordrhein-Westfalen. Die Rheinisch Westfälischen Elektrizitätswerke (RWE) und Eon, das Unternehmen, das aus der Fusion von Veba und Viag entstand.

Deren Chefs, Dietmar Kuhnt (RWE) und Ulrich Hartmann (Eon), liefern sich seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Wer wird der größte, wer der attraktivste Konzern im ganzen Land? Manchmal scheint es so, als wollten die beiden älteren Herren den Konzernumbau auf die Schnelle abschließen - bevor sie in den Ruhestand gehen.

RWE will sich mit einer Investition von über acht Milliarden Euro für den Strom- und Gasversorger Innogy in Großbritannien verstärken, nachdem er dort schon den größten Wasserversorger gekauft hat. Konkurrent Hartmann ist auf der Insel schon einen Schritt weiter. Er wartet auf die Genehmigung der Wettbewerbshüter zur Übernahme von Powergen. Und auch er hat tief in die Tasche gegriffen: Sein Kauf kostet 15 Milliarden Euro.

Solche Beträge können weder Kuhnt noch Hartmann beunruhigen. Ihre Kassen sind prall gefüllt. Da reibt sich der Stromkunde verwundert die Augen. Klagen die Manager der Stromindustrie nicht über ruinösen Wettbewerb? Hat Hartmann nicht jüngst noch beklagt, mit Strom sei in Deutschland kein Geld mehr zu verdienen?

Des Rätsels Lösung ist einfach: Über Jahrzehnte haben die Stromkonzerne satte Gewinne eingefahren, weil Wettbewerb um Kunden schlicht nicht stattfand, die Kosten einfach weiter gereicht wurden. Diese Milliarden werden jetzt investiert. Nach Ausflügen in die Kommunikation, in die Müllwirtschaft oder Chemie heißt es nun: Zurück zu den Wurzeln Energie und Wasser.

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