ENERGIETARIFE : Portale ringen um mehr Unabhängigkeit und Transparenz

Bündelung. Portale bieten Übersicht.
Bündelung. Portale bieten Übersicht.Foto: picture-alliance/ dpa

Vergleichsportale gibt es auch für viele andere Bereiche, zum Beispiel für Energie. Bei großen Anbietern wie Check24.de, Verivox oder Toptarif.de können Nutzer den günstigsten Stromanbieter suchen. Allerdings wird hier auch getrickst: Die Anbieter versuchen häufig, sich mit Spezialangeboten an die Spitze der Rankings zu katapultieren – zum Beispiel durch einen Bonus für die Neuanmeldung, der dann den Jahrespreis drückt. Auch der Skandal um den pleitegegangenen Stromanbieter Teldafax erschütterte die Glaubwürdigkeit der Portale. Verivox soll Teldafax über die Preiserhöhungen anderer Anbieter vorab informiert haben. Teldafax habe sich so immer an die Spitze des Rankings setzen können. Verivox bestreitet das. Verbraucherschützer fordern nun mehr Transparenz bei den Tarifrechnern. Sie sollen öffentlich machen, wie sie sich finanzieren und wie viel Provision sie zum Beispiel von den Anbietern für die Vermittlung von Kunden bekommen. Auch wollen sie, dass Boni, Frei-Kilowattstunden oder Rabatte nicht mehr wie bisher in den Preis des ersten Jahres eingerechnet werden. Zudem will der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), dass die Tarifrechner die Seriosität der Anbieter mitbewerten. Eine behördliche Überwachung der Portale gibt es noch nicht. Der vzbv schlägt die Bundesnetzagentur vor. Verivox verkündete unterdessen, branchenweite Qualitätskriterien für die Portale und eine Transparenzstelle zu befürworten. Ein Branchentreffen, auf dem solche Standards vereinbart werden sollten, hatte aber Ende September ergebnislos geendet. jmi

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