Energieversorger : Brüssel macht Vattenfall Vorschriften

Vattenfall darf den niederländischen Versorger Nuon übernehmen. Allerdings stimmt die EU-Kommission nur unter Auflagen zu. Das könnte auch Folgen für Nuon-Kunden in Berlin haben.

BrüsselDie EU-Kommission hat dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall grünes Licht gegeben für die geplante Übernahme des niederländischen Versorgers Nuon. Die Niederländer müssen allerdings ihr deutsches Endkundengeschäft in Berlin und Hamburg veräußern, damit der Wettbewerb nicht zu sehr eingeschränkt wird, wie die Kommission am Montag erklärte. Da Vattenfall in diesen beiden Städten der etablierte Anbieter und Nuon der stärkste Konkurrent ist, hatte die Kommission hier wettbewerbsrechtliche Bedenken.

Vattenfall hatte im Februar angekündigt, Nuon für 10,3 Milliarden Euro zu übernehmen. Bis Ende Juni will Vattenfall 49 Prozent der Anteile des Versorgers erwerben, den Rest schrittweise in den kommenden sechs Jahren. Nuon ist in der Hand niederländischer Provinzen. Das Unternehmen hat in Deutschland mehr als 300 000 Strom- und Gaskunden. Vattenfall ist insgesamt die Nummer drei auf dem deutschen Strommarkt.

Der Auflage, das Nuon-Geschäft mit kleinen Gewerbe- und Privatkunden in Berlin und Hamburg zu verkaufen, habe Vattenfall zugestimmt, erklärte die Kommission weiter. Vattenfall sei in beiden Städten der etablierte Anbieter und Nuon der stärkste neue Marktteilnehmer, deshalb habe das Vorhaben „Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken“ gegeben. So hätte der Nuon-Kauf Vattenfall „noch weiter gestärkt und einen großen Teil der bei der Marktliberalisierung erzielten Fortschritte zunichte gemacht“, wie die Behörde erläuterte. Auch Politiker wie Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei) hatten die Übernahme von Nuon kritisiert.

„Ich nehme erfreut zur Kenntnis, dass die Verpflichtungszusagen ausreichend sind, um nach der geplanten Übernahme einen weiteren Ausbau des auf dem Endkundenstrommarkt entstehenden Wettbewerbs zu gewährleisten“, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Nach Ansicht der Behörde wäre das Nuon-Geschäft in Berlin und Hamburg rentabel. (brö)

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