Energiewende : 0,5 Prozent aus Wind und Sonne

Greenpeace kritisiert die großen Energieversorger. Im Vergleich zu 2007 seien die vier großen Energieversorger in Sachen Strom aus regenerativen Quellen kaum vorangekommen.

Simon Poelchau

Berlin RWE, Eon, Vattenfall und EnbW müssen sich sputen, wenn sie etwas zur Energiewende beitragen wollen. Ihr Anteil an der Stromgewinnung aus Wind- und Sonnenenergie betrug 2009 gerade einmal 0,5 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung im Auftrag der Umweltorganisation Greenpeace. Im Vergleich zu 2007 seien die vier großen Energieversorger in Sachen Strom aus regenerativen Quellen kaum vorangekommen, teilte Greenpeace am Dienstag in Berlin mit.

16,4 Prozent haben Erneuerbare Energien 2009 zur Stromerzeugung beigetragen. Bei RWE betrug der Anteil laut Studie aber nur 2,6 Prozent, bei Eon 7,1 Prozent und bei EnBW 11,2 Prozent. Schlusslicht in Deutschland ist Vattenfall mit 1,2 Prozent. Nach Angaben von Greenpeace besitzen die vier Marktführer auch alte, schon abgeschriebene Wasserkraftwerke, die ihren Anteil an erneuerbarer Stromerzeugung erhöhen. Ohne diese Kraftwerke liege der Anteil der Erneuerbaren bei den Unternehmen bei lediglich 0,4 bis 1,2 Prozent.

„Ob nun aus Gründen der Machterhaltung oder weil sie einfach nicht an den Umschwung glauben wollen: So blockieren die vier Großkonzerne den Umstieg Deutschlands in eine sichere und klimafreundliche Zukunft“, interpretierte Karsten Smid, Energieexperte von Greenpeace, die Zahlen. Der Hauptanteil der Erneuerbaren Energien stamme von kleineren Regionalversorgern, Stadtwerken, Bürgerwindparks und Privathaushalten. Diese alle zusammen produzierten 12,5 der 13 Prozent des Stroms, der hierzulande mit Wind und Sonne erzeugt wird.

„Die vier Stromriesen bleiben nicht nur heute sondern auch in Zukunft deutlich hinter den politischen Zielvorgaben für eine Energiewende zurück“, sagte am Dienstag der Hauptautor der Studie, Bernd Hirschl. Zur Erreichung der Klimaziele der EU müssten bis 2020 gut 20 Prozent des europäischen Stroms aus regenerativen Quellen stammen.

Die Umweltschützer von Greenpeace hoffen nach der Katastrophe in Japan auf ein Umdenken in den Konzernen. Sie setzen dabei vor allem auf den Bau von Offshore-Windparks. „So könnten RWE & Co ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden“, meinte Smid. Andernfalls würde den Konzernen drohen, wegen atomarer und fossiler Altlasten irgendwann zum Sanierungsfall zu werden.

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