Wirtschaft : Engel & Völkers zieht es an die Börse

HAMBURG (lip/HB).Die Engel & Völkers Gruppe (E & V), Hamburg, die sich auf die Vermittlung von hochwertigen Wohn- und Gewerbeimmobilien konzentriert hat, bereitet sich auf den Börsengang ab dem Jahr 2001 vor, um künftig auf dem europäischen Markt stärker aktiv zu werden."Wir wollen unser Maklergeschäft auf Europa ausweiten", betont Christian Völkers, geschäftsführender Gesellschafter von E & V.Das Unternehmen ist bis auf ein Büro auf Mallorca bislang nur in Deutschland tätig.

In einem ersten Schritt ist zunächst die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft Anfang nächsten Jahres geplant.An der AG werde Christian Völkers langfristig "die Mehrheit der Aktien" halten.Darüber hinaus sollen aber auch die führenden Mitarbeiter ein Anteilspaket erhalten, um sie stärker an das Unternehmen zu binden.Die Höhe ihres Anteils sei allerdings noch offen.

Auch sein Bruder Thomas Völkers, geschäftsführender Gesellschafter des Schiffsemissionshauses Hanseatische Capitalberatungsgesellschaft mbH & Co.KG (HCI), Jork bei Hamburg, werde an der E & V AG beteiligt.Der Hintergrund: Thomas Völkers hatte nach dem Ausstieg des E & V-Gesellschafters Daniel Crasemann Anfang 1997 dessen 25prozentigen Anteil an der Hamburger Maklergruppe übernommen.Crasemann, ein ehemaliger Anlageberater der renommierten Hamburger Berenberg Bank, war daraufhin zur Hamburger DWI de Waal GmbH gewechselt, die sich vor allem auf Projektentwicklung spezialisiert hat.

Dem Vernehmen nach hatte Crasemann andere Vorstellungen über die weitere Expansion der Maklergruppe, die unter anderem mit dem Einstieg eines Finanzinvestors verbunden war.Da Christian Völkers bei E & V künftig das Projektentwicklungsgeschäft ausweiten wolle, werde in Bankenkreisen eine Zusammenarbeit mit DWI de Waal GmbH nicht ausgeschlossen.Offen ist noch, inwieweit sein Bruder Thomas möglicherweise bei Immobilienprojekten beteiligt sein könnte.Denn die HCI hat mittlerweile ihren fünften Immobilienfonds aufgelegt, dessen Kapital für Investitionen in niederländische Büroimmobilien eingesetzt wird.

Daß Christan Völkers den bereits seit einigen Jahren geplanten Börsengang nun umsetzen wolle, hängt mit dem radikalen Wandel der Gruppe zusammen.So sei mit dem Aufbau des Franchisekonzepts in der Sparte Wohnimmobilien die "Basis für die kräftige Expansion" des Maklerbetriebs gelegt.Danach sollen rund 50 Prozent des zum Börsengang angepeilten Courtageumsatzes von 100 Mill.DM aus den Franchisegebühren stammen.Ihr Anteil bewege sich derzeit hingegen nur bei rund 8 Prozent, wobei für 1998 von einem Courtageumsatz von 40 Mill.DM ausgegangen wird.Über die Ertragslage des Unternehmens will der Gesellschafter hingegen keine Angaben machen.

Im laufenden Geschäftsjahr verfügt E & V über insgesamt sieben eigene Immobilien-shops.Zu den Standorten zählen Hannover, Buchholz, Bremen, Pinneberg, Dresden Nord sowie zwei in München.Weitere fünf Shops seien in Vorbereitung.

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