Wirtschaft : Enron erhält Milliardenkredit

Der von der Pleite bedrohte US-Energiehändler Enron hat von den Großbanken Citigroup und J.P. Morgan Chase Kreditzusagen von insgesamt 1,5 Milliarden Dollar erhalten. Die ersten 250 Millionen Dollar sollen zur Kapitalstärkung und zur Weiterführung der Geschäfte verwendet werden. Das restliche Geld soll in zwei Tranchen nach Vorlage eines Sanierungsplans und nach Erfüllung weiterer Auflagen verfügbar sein. Die Kredite sind mit Enron-Vermögenswerten abgesichert. Das in einem Konkursverfahren stehende Unternehmen will 4000 der 7500 Stellen im Hauptquartier in Houston (Texas) streichen.

Das mit Schulden von 31 Milliarden Dollar belastete Unternehmen hatte bei einem New Yorker Gericht einen Konkursantrag gestellt und vorläufigen Schutz vor Gläubigern gesucht. "Enron kann seine Geschäfte mit der Finanzierung fortführen und die ersten Reorganisationsschritte durchführen", erklärte Konzernchef Kenneth L. Lay. Der Konkursrichter hatte die Zahlung von 4500 Dollar für jeden der Entlassenen und die Gelder für die vorläufige Weiterführung der Geschäfte freigegeben. Enron hatte Ende September weltweit 21 000 Beschäftigte. Das US-Justizministerium hat eine strafrechtliche Untersuchung über die Enron-Transaktionen eingeleitet, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag in seiner Onlineausgabe. Es läuft auch eine Untersuchung der amerikanischen Wertpapier- und Börsenaufsicht SEC.

Enron will schrumpfen und sich auf das Pipeline-Geschäft konzentrieren. Eine neue separate Handelsfirma würde durch einen kapitalstarken Finanzpartner Glaubwürdigkeit gewinnen, hofft das Unternehmen. Enron war bis vor kurzem der weltgrößte Erdgas- und Stromhändler. Das Geschäft ist jedoch wegen der Schulden weitgehend zusammengebrochen. Das Unternehmen machte im Jahr 2000 einen Umsatz von 100 Milliarden Dollar. Zu den größten Enron-Gläubigern gehören laut "Wall Street Journal", die J.P. Morgan, die Citigroup und die Deutsche Bank. Einige der Banken hätten bis zu eine Milliarde Dollar Außenstände.

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