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Entscheidung der US-Notenbank : Federal Reserve Bank erhöht den Leitzins

Die US-Notenbank Federal Reserve hat erneut ihren Leitzins erhöht. Das Zielniveau liegt damit nun bei 1,0 bis 1,25 Prozent und damit um 0,25 Punkte höher als bisher.

Die US-Notenbankchefin Yanet Yellen
Die US-Notenbankchefin Yanet YellenFoto: Reuters/ Yuri Gripas

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins zum zweiten Mal binnen weniger Monate erhöht. Die Währungshüter um Fed-Chefin Janet Yellen hoben ihn am Mittwoch um einen Viertel-Prozentpunkt auf die neue Spanne von 1,0 bis 1,25 Prozent an. Experten hatten damit gerechnet, da praktisch Vollbeschäftigung herrscht. Zuletzt zog die Fed die Zügel im März an. Die erneute Anhebung begründete die Fed unter mit der "soliden" Entwicklung auf dem US-Arbeitsmarkt.

Die erneute leichte Zinssteigerung war von den Finanzmärkten allgemein erwartet worden. Der sogenannte Offenmarktausschuss der Zentralbank führte nun zur Begründung auch an, dass sich der Zuwachs der privaten Konsumausgaben "beschleunigt" habe und die Investitionsausgaben weiter zulegten.
Ihre bisherige Konjunkturprognose für die USA erhöhte die Fed entsprechend um 0,1 Punkte auf 2,2 Prozent. Die Notenbank geht auch nach wie vor davon aus, dass in diesem Jahr ein weiterer Zinserhöhungsschritt möglich ist.

Ihre aktuellen Prognosen sehen eine Anhebung auf eine durchschnittliche Rate von 1,4 Prozent bis Jahresende vor. Im nächsten und übernächsten Jahr sind weitere insgesamt sechs Anhebungen bis auf ein Niveau von 2,9 Prozent vorgesehen. Diese Vorhersagen sind aber nur provisorisch.

Notenbank fuhr nach der Finanzkrise jahrelang Kurs der Nullzinsen

Nach der Finanzkrise von 2008 hatte die Notenbank jahrelang einen Kurs der Nullzinsen gefahren, um die US-Wirtschaft zu stimulieren. Seit Dezember 2015 gab es nun inzwischen vier Zinsanhebungsschritte, drei davon seit dem Wahlsieg des heutigen Präsidenten Donald Trump im vergangenen November.

Trump hatte die Notenbankchefin Janet Yellen im Wahlkampf heftig attackiert. Er warf ihr damals vor, eine "politisch" motivierte Zinspolitik zu betreiben: Sie halte den Leitzins künstlich niedrig, um die Wirtschaftsbilanz des damaligen Präsidenten Barack Obama aufzumöbeln.
Seit seinem Wahlsieg erneuerte Trump diese Kritik aber nicht. In einer seiner vielen Kehrwenden lobte er die Fed-Chefin im April sogar. Und er behielt sich die Option offen, dass er sie über das Ende ihrer laufenden Amtszeit im Februar 2018 hinaus auf ihrem Posten belassen könnte. (dpa, AFP)

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