Wirtschaft : Entscheidung steht kurz bevor - der Aufsichtsrat kommt am Montag zusammen

bir/vis

Der Verkauf des Debis-Systemhauses wird möglicherweise schon Anfang nächster Woche besiegelt. "Am Montag morgen trifft sich der Aufsichtsrat von Debis ", sagte Jürgen Stamm, Mitglied des Aufsichtsrats bei Debis und erster Bevollmächtiger der IG-Metall in Stuttgart dem Tagesspiegel. Die Einladungen dazu seien am Freitag verschickt worden. Dann stehe zwar immer noch die Zustimmung der Debis-Mutter DaimlerChrysler aus, aber das könne sehr schnell gehen. Es sei nicht unbedingt notwendig, dass sich auch der Aufsichtsrat von DaimlerChrysler extra dazu treffe. Zeitgleich soll auch der Telekom-Aufsichtsrat tagen, hieß es in Branchenkreisen. Debis-Sprecher Rainer Knubben bestätigte am Freitag nur die Verkaufsverhandlungen um die "Perle" Debis Systemhaus. Hauptinteressenten seien nach wie vor die Telekom und Siemens.

Bei der Telekom hieß es am Freitag, zu Spekulationen über Übernahmen und Termine von Aufsichtsratssitzungen werde keine Stellung genommen. Unabhängig davon, wolle die Telekom im Bereich Informationstechnik "intern und extern" weiter wachsen, sagte Pressesprecher Stephan Broszio. Bisher betreut die Telekom-Tochter DeTeSystem neben der Telekom rund 200 Großkunden im Systemgeschäft. Dazu zähle die Planung, Installation und der Betrieb von Kommunikationsnetzen. Die Telekom biete die gesamte Infrastruktur für elektronische Geschäftsprozesse wie den E-Commerce. 1998 setzte DeTeSystem 3,4 Milliarden Mark um. Die Stärke von DeTeSystem liege in der Infrastruktur, andere Systemhäuser seien kompetenter bei Branchenlösungen. "Hier ist noch Potenzial", sagte Broszio.

Holger Grawe, Analyst bei WestLB Panmure hält es für durchaus realistisch, dass es zu einem Geschäft zwischen der Telekom und Debis kommen wird. Seiner Ansicht nach ergänzen sich Debis Systemhaus und die DeTeSystem gut. Abgesehen davon sei es für die Telekom sehr wichtig, sich in diesem stark wachsenden Markt gut zu positionieren. "Das ist eine Möglichkeit für die Telekom, ihre Festnetz-Lastigkeit zu überwinden", sagte Grawe. Denn im Festnetzgeschäft wird immer weniger verdient.

DaimlerChrysler hatte schon früher bekannt gegeben, dass der Konzern sich auf Dienstleistungen rund um das Auto - von der Finanzierung bis zur Versicherung - konzentrieren wolle und deshalb das Systemhaus der Dienstleistungstochter Debis mit seinen rund 20 000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 5,7 (Vorjahr: 4,4) Milliarden Mark verkaufen wolle.

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