Wirtschaft : Entscheidung über ostdeutschen IG-Metall-Chef

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Berlin In der IG Metall fällt voraussichtlich am heutigen Freitag die Entscheidung über den Chefposten in Ostdeutschland. Der Bezirksleiter der Gewerkschaft von Berlin, Brandenburg und Sachsen, Hasso Düvel (59), geht Mitte des Jahre in den Vorruhestand. Da sich die Metaller vor Ort nicht auf einen Nachfolger einigen konnten, wird vermutlich ein externer Funktionär zum Zuge kommen. Zur entscheidenden Gremiensitzung kommt auch IG-Metall-Chef Jürgen Peters nach Berlin. Wahrscheinlich stellt Peters den Regionalfunktionären eine Person seiner Wahl vor, auf die er sich zuvor mit dem Zweiten Vorsitzenden der IG Metall, Berthold Huber, verständigt hat. In Teilen der IG Metall wird dieses Verfahren als undemokratisch kritisiert. Nicht zuletzt nach dem verlorenen Arbeitskampf um die 35-Stunden-Woche im vergangenen Sommer ist die ostdeutsche IG Metall zerstritten. Deshalb waren Kandidaten aus den eigenen Reihen bereits vor einigen Wochen aufgelaufen. Das Verhältnis von Düvel zu einem großen Teil seiner Geschäftsführer ist von Abneigung geprägt. Da auch der örtliche Tarifsekretär – eigentlich qua Amt der Favorit für den Bezirksleiterposten – auf Grund seiner eher distanzierten Haltung zu Düvel, aber vor allem auch zu Peters nicht in Frage kam, bemühten sich Düvel und Peters um eine Lösung von außen.

Im Gespräch waren der Leiter des Düsseldorfer Stahlbüros der IG Metall, Friedhelm Matic, und der Peters-Vertraute Claus Matecki aus der Frankfurter Gewerkschaftszentrale sowie die Tarifsekretärin aus Hannover, Helga Schwitzer. Letztere sagte offenbar ab, die beiden Erstgenannten sind dem Vernehmen nach aus dem Rennen. Umso gespannter sind nun die Regionalmetaller auf die Person, die ihnen heute von Peters und Düvel als neuer Chef präsentiert wird.

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