Entschieidung naht : Europa will Opel retten

In die transatlantischen Verhandlungen um Opel kommt Bewegung. Aus deutschen Regierungskreisen heißt es, im April sei mit einer Entscheidung zu rechnen, ob Opel aus dem US-Konzern General Motors herausgelöst werden könne.

Moritz Döbler

BerlinBerlin - In die transatlantischen Verhandlungen um Opel kommt Bewegung. Aus deutschen Regierungskreisen heißt es, im April sei mit einer Entscheidung zu rechnen, ob Opel aus dem US-Konzern General Motors herausgelöst werden könne. Am Freitag bemühten sich Vertreter des Unternehmens, der Europäischen Kommission sowie der EU-Staaten mit Opel-Standorten in Brüssel um Verständigung. Deutschland entsandte Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Homann.

Sein Chef, Minister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), reist am Sonntag in die USA, um die europäische Position zu vertreten. In Washington trifft er Regierungsvertreter, aber auch GM-Chef Rick Wagoner und dessen Vize Fritz Henderson. „Eine ganze Reihe von Fragen sind offen“, hieß es vorab aus den Regierungskreisen. Vor allem gehe es um die Finanzbeziehungen zwischen Mutter und Tochter sowie die technologische Zusammenarbeit. GM wolle weiter auf den europäischen Forschungsverbund zugreifen können. Das Unternehmen, das derzeit mit Staatshilfen gestützt wird, sei aber „nur bedingt zu Zusagen bereit“, weil letztendlich die US-Regierung zu entscheiden habe.

Die Möglichkeit einer deutschen Staatsbeteiligung soll nicht erörtert werden. „Wir haben dafür schlicht kein Instrument und wollen das auch nicht“, hieß es weiter. GM müsse weiter nach einem Investor suchen. Doch könne der Bund nicht für die Länder sprechen. Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Rheinland-Pfalz prüfen Szenarien, bei denen sie Anteile erwerben würden. Guttenberg berät am Freitag kommender Woche mit Ländervertretern über Opel.

Guttenberg will in den USA nicht nur über Opel reden. Er trifft auf seiner zweitägigen Reise auch die Vorstandschefs der Banken Goldman Sachs, Morgan Stanley und JP Morgan, um sich ein Bild von der Lage der Krisenbranche zu machen. Geplant sind auch Gespräche mit US-Finanzminister Timothy Geithner sowie mit den Wirtschaftsberatern von US-Präsident Barack Obama. Moritz Döbler

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