Wirtschaft : Entsorger Alba expandiert in Hennigsdorf und Polen

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Berlin - Der Entsorger Alba baut in Hennigsdorf eine Recyclinganlage für Metallschrott, auf der 60 neue Arbeitsplätze entstehen sollen. Das sagte ein Alba-Sprecher am Freitag dem Tagesspiegel. Die Investitionssumme liege bei 20 Millionen Euro, die Einweihung des Werks werde in drei Wochen stattfinden, hieß es. Dazu wird auch Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) erwartet.

Alba errichtet die Anlage zusammen mit dem Leipziger Unternehmen Scholz Recycling. Mit einer Kapazität von mehr als 500 000 Tonnen pro Jahr soll es die größte Schrottrecycling-Fabrik Brandenburgs werden. Ein wichtiger Kunde sei das benachbarte Stahlwerk des italienischen Produzenten Riva, sagte der Alba- Sprecher. 60 Prozent des Metallschrotts sollten per Bahn und Schiff, 40 Prozent per Lkw angeliefert werden – aus dem gesamten Bundesgebiet.

Alba, einer der größten Entsorger in Deutschland mit rund 6000 Beschäftigten, engagiert sich derweil auch auf dem polnischen Müllmarkt. In Wroclaw soll eine Sortieranlage für Restmüll entstehen, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Für die acht Millionen Euro teure Fabrik sei nun der Grundstein gelegt worden. Die Anlage sei die modernste ihrer Art in Polen und solle Mitte kommenden Jahres mit rund 30 Beschäftigten in Betrieb gehen. Die Technik der Anlage erlaube es, Metall, Kunststoffe und Papier aus dem Hausmüll auszusortieren und anschließend zu verwerten. So werde die Restmüllmenge halbiert, erklärte Alba. „Durch gezielte Investitionen und mit dem Ausbau des Wertstoffgeschäftes ist ein Umsatz von 100 Millionen Euro für das kommende Jahr anvisiert“, teilte das Berliner Unternehmen weiter mit.

Polen ist für Entsorgungskonzerne ein interessanter Markt. Die dortige Anbieterstruktur ist noch sehr zersplittert. Nach dem EU-Beitritt muss das Land eine Reihe von Umweltschutzauflagen erfüllen, unter anderem im Müllbereich. Auch das Kölner Recyclingunternehmen Interseroh will nach Polen und Ungarn expandieren. „Die neuen EU-Mitglieder haben ein großes Interesse, beim Thema Umwelt nicht negativ aufzufallen“, begründete Interseroh-Vertriebsvorstand Roland Stroese den Schritt. Müll, der sich wiederverwerten lasse, werde bislang in Osteuropa wenig genutzt. Auch in Rumänien, Slowenien und Kroatien ist Interseroh aktiv. brö

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