Wirtschaft : Entspannung am Arbeitsmarkt erwartet

Nürnberg gibt heute die Zahlen für März bekannt / DGB fordert europäische Mindeststandards BONN/DÜSSELDORF (rtr).Am heutigen Dienstag wird die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg die Arbeitslosenzahlen für den Monat März bekanntgeben.Experten erwarten einen Rückgang gegenüber dem Vormonat um rund 200 000 auf 4,6 Millionen.Damit wäre die Arbeitslosenquote von 12,6 Prozent im Februar auf 12,1 Prozent gesunken.Einen Rückgang habe es dabei sowohl im Westen als auch im Osten gegeben.Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat hat sich die Arbeitslosenzahl in Deutschland aber insgesamt erhöht.Im März 1997 waren 4,47 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet.Das entsprach einer Erwerbslosenquote von 11,7 Prozent.Eine leichte Verbesserung wird in den westdeutschen Bundesländern deutlich.Dort hatte die Quote im März des vergangenen Jahres noch 10,2 Prozent betragen, in den neuen Bundesländern lag die Quote damals bei 18,1 Prozent, diesmal wird eine Quote von 20,6 Prozent erwartet. Arbeitsloseninitiativen haben für diesen Dienstag erneut zu bundesweiten Protesten aufgerufen.Nach Angaben der Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen in Bielefeld wollen Arbeitslose in 300 Städten vor Arbeitsämter, Vertretungen der Arbeitgeberverbände, Parteibüros und Banken ziehen.Bei den ersten Protesten im Februar hatten sich rund 40 000 Menschen an den Demonstrationen beteiligt, im März war die Beteiligung etwas geringer ausgefallen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte unterdessen Bundesarbeitsminister Norbert Blüm auf, sich auf der Ratstagung der EU-Arbeits- und Sozialminister an diesem Dienstag in Luxemburg für ein neues sozialpolitisches Aktionsprogramm einzusetzen.Es sei für das Gelingen der Währungsunion notwendig, der europäischen Sozialpolitik neue Impulse zu geben und zu sozialen Mindeststandards zu kommen, zitierte der DGB am Montag aus einem Brief seiner stellvertretenden Vorsitzenden, Ursula Engelen-Kefer, an Blüm.Nur durch ein einheitliches Schutzsystem sei der Gefahr eines ruinösen Wettbewerbs um soziale Standards zu begegnen.Der DGB will ein einheitliches Niveau in Europa etwa für den Kündigungsschutz, für Leiharbeit oder befristete Arbeitsverhältnisse.Arbeitskräften aus Drittstaaten müßten in den EU-Ländern gleichbehandelt werden.Im Zeitalter der Informationsgesellschaft bedürfe es auch einer Regelung zur arbeits- und sozialrechtlichen Absicherung der Telearbeit.

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