Entwicklerkonferenz WWDC : Kommt jetzt der Streamingdienst von Apple?

Da ist Musik drin: Mit Spannung wird erwartet, ob Apple den Musikmarkt mit einem eigenen Streamingdienst ein weiteres Mal revolutioniert. In wenigen Stunden hält Tim Cook seine Rede auf der Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco.

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Den Apfel im Fokus. Mit Spannung wird erwartet, welche Neuheiten Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC vorstellt.
Den Apfel im Fokus. Mit Spannung wird erwartet, welche Neuheiten Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC vorstellt.Foto: dpa

Auf der Entwicklerkonferenz WWDC wird Apple am Montag in San Francisco nun wohl doch den Start eines Streaming-Dienstes bekannt geben. In der vergangenen Woche hatte es Meldungen gegeben, dass die Verhandlungen mit den großen Musik-Majors ins Stocken geraten seien, doch am Wochenende hatte Sony-Music-Chef Doug Morris auf der Musikmesse Midem durchsickern lassen, dass dem Start des Apple-Dienstes wohl doch nichts mehr im Weg steht. Der Markteintritt von Apple werde dem Geschäftsmodell den entscheidenden Impuls geben, hatte Morris gesagt.

Der Streaming-Markt würde auf einen Schlag um 800 Millionen potenzielle Kunden wachsen

Sicher ist: Apple hat 2014 für drei Milliarden Dollar den Kopfhörer-Hersteller Beats mitsamt dessen Streamingdienst gekauft. Die Expertise von Beats und der Kundenstamm von 800 Millionen iTunes-Nutzern würden tatsächlich dem Markt eine neue Dynamik verleihen. Zum Vergleich: der derzeitige Marktführer Spotify kommt auf 60 Millionen Kunden, von denen ein Viertel ein Abo abgeschlossen haben. Der Rest nutzt die werbefinanzierte Version von Spotify. Konkurrent Deezer kommt bei 16 Millionen Nutzern auf sechs Millionen zahlende Kunden. Napster gibt es hingegen nur als Abodienst, der von 2,5 Millionen Musikfreunden genutzt wird.

Apple hat wie kein anderes Unternehmen den Verkauf von digitaler Musik revolutioniert. 99 Cent pro Song, 9,99 Euro pro Album, mit dieser einfachen Rechnung schaffte Steve Jobs mit dem iPod und dem dazu gehörigen iTunes-Store im Jahr 2001, was die Musikwirtschaft damals kaum noch für möglich hielt: dass die Musikfans aus aller Welt ihre Songs nicht nur kostenlos aus Peer-to-Peer-Netzwerken mehr oder weniger illegal bezogen, sondern für die Downloads auch bezahlten. Die Marke von 25 Milliarden gekauften Songs aus dem iTunes-Store hatte Apple vor zwei Jahren geknackt.

Auf der Apple Worldwide Developer Conference im Moscone Center werden die Entwickler und Journalisten am heutigen Montag während der Auftaktrede von Tim Cook jedoch vermutlich nicht nur über die nächste Musikrevolution von Apple hören, sondern den Berichten zufolge auch über Neuerungen zu iOS, MacOS und zur Apple Watch.

Um 19 Uhr MESZ zeigt sich, was an den Gerüchten dran ist

Das erwartete neue Mobilsystem iOS 9 könnte eine verbesserte Maps-Version, einen Splitscreen und eine neue Funktion namens „Proactive“ enthalten. Für das OS X-Betriebssystem 10.11 wird unter anderem ein überarbeitetes Controlcenter erwartet. Und bei Apples jüngsten Accessoire – der Apple Watch – sollen es laut 9to5Mac die Entwickler künftig einfacher haben, für ihre Apps auf die Sensoren der Uhr zuzugreifen. Welche diese Erwartungen erfüllt werden, erfahren die Apple-Fans heute ab 19 Uhr MESZ.

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