Entwicklungschefin weg : Kahlschlag im Opel-Management

Rita Forst und Finanzchef Mark James verlieren ihren Job.

Foto: dapd
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Rüsselsheim - Nach dem Abgang von Karl-Friedrich Stracke als Vorstandsvorsitzendem sollen zusätzlich zahlreiche Führungskräfte das Unternehmen verlassen. Das bestätigte der taumelnde Autobauer am späten Mittwoch Nachmittag. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, dass 500 Führungspositionen im mittleren Management wegfallen sollen. Opel-Aufsichtsratschef Girsky habe in der jüngsten Sondersitzung des Gremiums sogar die Trennung von insgesamt 2400 Führungskräften gefordert, berichtete die Zeitung. Bei Opel war zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht erhältlich.

„Opel will die Bürokratie im Unternehmen reduzieren. Die Führungsstrukturen sollen verschlankt und effizienter gestaltet werden“, sagte ein Opel-Sprecher auf Anfrage. Den Managern sollen Abfindungsangebote gemacht werden. Seit 2009 hat Opel 8000 von 48 000 Arbeitsplätzen abgebaut, bisher vornehmlich einfache Mitarbeiter.

Am Mittwochmorgen sind Entwicklungschefin Rita Forst und Finanzchef Mark James ohne Begründung abgelöst worden. „Ich danke Rita und Mark für ihre harte Arbeit“, sagte Opel-Aufsichtsratschef und General-Motors-Vorstand Steve Girsky lediglich in Rüsselsheim. Neuer Chef-Entwickler bei Opel wird nach Unternehmensangaben Michael Ableson, der bisher die weltweite Entwicklung der Fahrzeuge der Kompaktklasse verantwortete. Hier war ihm mit dem Astra ein großer Erfolg gelungen, denn das Auto wurde als Chevrolet Cruze in den USA und weltweit zu einem Verkaufsschlager.

Als Finanzvorstand kommt Michael Lohscheller, der bisher Finanzchef der US-Tochter des Konkurrenten Volkswagen war und dort die Sanierung mit geleitet hatte. Lohscheller bringt auch Erfahrung aus der Autobranche von den früheren Arbeitgebern Daimler und Mitsubishi mit. Am Dienstag hatte Opel Strategievorstand Thomas Sedran zum stellvertretenden Vorstandschef ernannt, nachdem Stracke zurückgetreten war.

Gleichzeitig sucht der Hersteller weiter nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden. Dessen wichtigste Aufgabe besteht darin, Opel in die Gewinnzone zurückzuführen. Am Dienstag wurden Absatzverluste im Kernmarkt Europa von 15 Prozent im ersten Halbjahr 2012 bekannt – 8,2 Prozentpunkte schlechter als der Branchendurchschnitt. Opel hat in den vergangenen Jahren Milliardenverluste angehäuft. Bislang gilt in den deutsche Opel-Werken eine Standortgarantie bis Ende 2016. Aber mit dem Führungswechsel könnten nach Auffassung von Beobachtern härtere Einschnitte drohen. GM ist offenbar entschlossen, die Krise schnell zu beenden.dapd/rtr

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