Wirtschaft : Eon-Chef kritisiert Kartellamt

Hamburg - Der Chef des Energieversorgers Eon, Wulf Bernotat, hat scharfe Kritik am Bundeskartellamt geübt. „Das Kartellamt geht von einer dominierenden Position von Eon und RWE auf dem deutschen Strommarkt aus“, sagte Bernotat bei der 14. Internationalen Kartellkonferenz am Montag in Hamburg. „Doch die Wirklichkeit ist eine andere.“ Im Strombereich gebe es einen europaweiten Markt, von der Vorstellung nationaler Märkte müsse man sich verabschieden. Eon sei gegen monopolistische Märkte. „Wir wollen in Europa weiter wachsen und das können wir nur in einem offenen und wettbewerblichen Markt.“

Das Kartellamt hat rund 60 größere Versorger aufgefordert, bis Anfang Mai umfassend Auskunft über ihre Preisgestaltung zu erteilen. Ziel ist mehr Transparenz im Strommarkt, wobei es vor allem um die Erzeugungs- und Beschaffungskosten geht. Verbraucherschützer kritisieren, dass die großen Energieversorger aufgrund ihrer starken Marktposition bei den Endverbrauchern überhöhte Preise durchsetzen könnten. Das wies Bernotat als „reine Polemik“ zurück. Bei der Konferenz treffen sich auf Einladung des Bundeskartellamtes rund 300 Experten für Kartellrecht aus 40 Ländern.dpa

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