Wirtschaft : Eon: Der Energiekonzern schafft die Wende im Stromgeschäft

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Europas größter Stromversorger Eon ist für das Jahr 2001 optimistisch gestimmt. "Im Energiebereich rechnen wir mit einer weiteren Stabilisierung der Strompreise und einer leichten Verbesserung des Betriebsergebnisses", teilte das Unternehmen am Donnerstag in Düsseldorf mit. Bereits die ersten sechs Monate des aktuellen Geschäftsjahres entwickelten sich gut. Das Betriebsergebnis stieg um 52 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dies sei vor allem auf den Verkauf im Bereich Telekommunikation zurückzuführen.

Durch die Veräußerungen von Viag Interkom und Orange im vergangenen Jahr hätten anfallende Verluste verhindert werden können. Außerdem hätte das Öl-, Logistik-, Immobilien- und Aluminiumgeschäft deutliche Ergebniszuwächse ausgewiesen, schreibt das Unternehmen in seiner Mitteilung. Die dafür verantwortlichen Tochterunternehmen Veba Oel, Stinnes, Viterra und VAW Aluminium stehen beim Energieversorger jedoch auf der Verkaufsliste. Eon kündigte für das Gesamtjahr an, das Betriebsergebnis des Vorjahres deutlich zu übertreffen. Die im ersten Halbjahr erzielten Steigerungsraten werden sich jedoch nicht halten lassen.

Im zukünftigen Kerngeschäftsfeld Energie (Strom, Gas, Wasser) ist nach Aussagen von Eon die Wende geschafft: "Das Betriebsergebnis lag erstmalig seit der Liberalisierung der Energiemärkte über dem entsprechenden Wert des Vorjahres (plus vier Prozent). "Die Stromlieferungen stiegen um 27 Prozent - das entspricht rund 30 Milliarden Kilowattstunden. Dazu beigetragen hat im Wesentlichen auch das seit Anfang Mai mit in die Bilanz einbezogene schwedische Unternehmen Sydkraft. Folge der Absatzsteigerungen war ein um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöhter Stromumsatz.

Starke Zugewinne gab es auch beim Gashandel, der 72 Prozent mehr Einnahmen (1,3 Milliarden Euro) einfuhr als noch ein Jahr zuvor. Leicht rückläufig entwickelte sich jedoch der gesamte Konzernumsatz. Er lag mit 44,5 Milliarden Euro um vier Prozent unter dem Vorjahreswert.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und der Konzernüberschuss wird in diesem Jahr aber deutlich geringer ausfallen. Denn durch den Verkauf der Telekommunikationsbeteiligungen wurden im vergangenen Jahr weit über vier Milliarden Mark an Buchgewinnen erzielt. Zur ersten Hälfte diesen Jahres wurden jedoch nur geringe Buchgewinne ausgewiesen. Deshalb lag der Konzernüberschuss der ersten sechs Monate 2001 erwartungsgemäß um 74 Prozent (832 Millionen Euro) unter dem Vorjahreswert. In diesem Jahr plane Eon auch keine vergleichbaren Gewinne aus Beteiligungsverkäufen, kündigte das Unternehmen an. Der Energieversorger blickt bei seiner Desinvestitionsstrategie auf das Jahr 2002. Dann werden Beteiligungsverkäufe mit Steuererleichterungen honoriert.

Mit dem vorgelegten Betriebsergebnis konnte Eon am Donnerstag die Erwartungen der Marktbeobachter voll erfüllen. Mit Kursgewinnen von rund zwei Prozent stemmte sich das Düsseldorfer Unternehmen genauso wie der Essener Konkurrent RWE gegen das ansonsten negative Börsenumfeld.

Analysten gehen aber davon aus, dass sich ein Großteil der Verbesserung im Energiegeschäft erst in der zweiten Jahreshälfte niederschlagen wird.

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