Wirtschaft : Eon ist bald nur noch die Nummer zwei

GDF Suez aus Frankreich übernimmt britische International Power und wird zum umsatzstärksten Versorger der Welt

Berlin/Paris/London - Der französische Energiekonzern GDF Suez will den kleineren britischen Konkurrenten International Power (IP) übernehmen. Beide wollen dazu ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, in dem IP völlig aufgeht und GDF Suez seine außereuropäischen Geschäfte bündelt. Das teilten die Unternehmen am Dienstag mit. Der Gesamtkonzern dürfte dann den deutschen Eon-Konzern mit Hauptsitz in Düsseldorf als umsatzstärksten Energieversorger der Welt ablösen. GDF Suez würde auch zu Europas größtem Gashändler und dem zweitgrößten Stromerzeuger der Welt aufsteigen.

Das fusionierte Unternehmen soll über eine Kraftwerkskapazität von 66 Gigawatt Leistung verfügen. Zudem ist der Bau neuer Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 22 Gigawatt geplant. Zum Vergleich: Die beiden Blocks des Atomkraftwerkes Neckarwestheim können gut 2,2 Gigawatt Leistung liefern.

Es ist bereits der zweite Anlauf für einen Zusammenschluss. Im Januar waren Gespräche zunächst abgebrochen worden. Im Juli kehrten beide Seiten an den Verhandlungstisch zurück. Für die Übernahme zahlen die Franzosen den IP-Aktionären 1,7 Milliarden Euro, bauen so ihre Präsenz in den USA, dem Nahen Osten sowie Asien aus und erhalten auch Zutritt zu den Märkten in Großbritannien sowie Australien. IP ist an mehr als 50 Kraftwerken in aller Welt beteiligt. 2009 verbuchte das Unternehmen bei einem Umsatz von 3,9 Milliarden Pfund (4,69 Milliarden Euro) einen Vorsteuergewinn von 1,4 Milliarden Pfund (1,68 Milliarden). GDF Suez ist deutlich größer: Das Unternehmen entstand vor zwei Jahren aus der Fusion des Gasversorgers Gaz de France und dem belgisch-französischen Suez-Konzern. Im Krisenjahr 2009 setzte GDF Suez knapp 79,9 Milliarden Euro um, Rivale Eon 81,8 Milliarden. GDF ist auch stabil ins erste Halbjahr 2010 gestartet und erlöste 42,3 Milliarden Euro. Eon legt erst am heutigen Mittwoch seinen Zwischenbericht zum ersten Halbjahr vor.

Der neue Marktführer rechnet durch die Übernahme mit Synergieeffekten von bis zu 200 Millionen Euro. kph

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