Wirtschaft : Eon legt bei Endesa drauf

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Düsseldorf/Madrid - Der größte deutsche Energiekonzern Eon hat sein Kaufangebot für den spanischen Stromversorger Endesa auf 38,75 Euro je Aktie oder rund 41 Milliarden Euro für die Übernahme des gesamten Aktienkapitals aufgestockt. Das teilte die spanische Börsenaufsicht am Freitagabend mit. Bisher hatte Eon 37 Milliarden Euro für Endesa geboten.

Das neue, aufgestockte Angebot hatte Eon am Nachmittag bei der spanischen Börsenaufsicht in Madrid eingereicht. Nun haben die Aktionäre die Entscheidung darüber, ob die Übernahme gelingt, denn Eon ist als einziger Bieter für Endesa übrig geblieben. Erst am Donnerstag hatte der spanische Rivale Gas Natural seinen Rückzug aus dem Bieterverfahren erklärt. An diesem Samstag will Eon-Vorstandschef Wulf Bernotat den Angebotspreis an die Endesa-Aktionäre vor der Presse in Madrid erläutern.

Den Ausstieg von Gas Natural quittierte die Börse mit kräftigen Aufschlägen für Eon. Das Papier kletterte zeitweise auf ein Allzeithoch von mehr als 110 Euro. Dies erklärten Analysten damit, dass nun ein hartes Bietergefecht ausbleiben werde. Der spanische Mischkonzern Acciona, mit einem Anteil von 21 Prozent größter Kapitaleigner von Endesa, stellt sich aber bisher der Eon-Offerte entgegen. Acciona drängt auf einen höheren Preis. Ab 58 bis 59 Euro je Aktie werde sich die Führung mit einem Angebot befassen, hatte das Unternehmen vergangene Woche mitgeteilt.

Derweil kündigte Gas Natural eine Schadenersatzklage gegen Spaniens größten Stromversorger an. Endesa habe sich mit illegalen Mitteln gegen die Übernahme gewehrt und die Eon-Offerte bevorzugt, kritisierte Gas Natural Presseberichten zufolge. Endesa wies dies zurück: „Das sind Anschuldigungen eines schlechten Verlierers“, sagte Endesa-Präsident Manuel Pizarro in Madrid. Bei der Bewertung des Eon-Angebots werde Endesa „sehr rigoros“ sein, erklärte er.

Der Vorstand des Unternehmens will sich am kommenden Dienstag zu der Offerte äußern und eine Empfehlung an die Aktionäre geben. Pizarro: „Endesa wird das Recht der Anteilseigner verteidigen, so viel Geld wie möglich zu bekommen.“ Nach seinen Worten hatte das Angebot von Gas Natural kaum eine Chance. Das viel kleinere Unternehmen habe Aktien statt Bargeld geboten. „Ich bin zufrieden. Die Zeit hat uns Recht gegeben“, meinte der Endesa-Chef. dpa

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