Wirtschaft : Eon meldet Übernahme in Brüssel an

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Brüssel/Düsseldorf - Die EU-Kommission hat die wettbewerbsrechtliche Prüfung der von Eon geplanten Übernahme des spanischen Versorgers Endesa eingeleitet. Der Energiekonzern habe die Transaktion inzwischen angemeldet, bestätigte die Behörde am Donnerstag. Die Kommission werde nun bis zum 25. April entscheiden, ob sie die Übernahme billigt oder ein vertieftes Prüfverfahren einleitet, das bis zu vier Monate lang dauern kann.

Brüssel habe nun das exklusive Recht, die geplante Fusion wettbewerbsrechtlich zu beurteilen, betonte ein Sprecher von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Eine nationale Regierung könne zwar Einwände wie das Allgemeininteresse vorbringen; diese Bedenken müssten aber angemessen sein und sich an die EU-Regeln wie beispielsweise die Dienstleistungsfreiheit halten. Er wies damit die Ansprüche der spanischen Regierung zurück, die die Übernahme ablehnt und den Einstieg von Eon verhindern will. Der deutsche Branchenriese bietet 29,1 Milliarden Euro für den größten spanischen Stromversorger. Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero unterstützt dagegen einen Gegenofferte des größten spanischen Gasversorgers Gas Natural.

Um Eon den Einstieg zu erschweren, hat die Regierung ein Dekret erlassen, dass der Nationalen Energie-Kommission (CNE) das Recht einräumt, Übernahmen durch ausländische Unternehmen zu prüfen und zu blockieren. Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy sieht darin einen Verstoß gegen EU-Recht, hat Spanien zu einer Stellungnahme aufgefordert und droht mit einem Verfahren. Die Regierung hat inzwischen geantwortet und nach Berichten in spanischen Zeitungen darin auch neue Einwände gegen die Übernahme vorgebracht. Sie wies darauf hin, dass Eon für seine Übernahmeofferte eine Tochtergesellschaft mit dem Namen Eon Zwölfte Verwaltungs GmbH gegründet habe, die selbst nur über ein Kapital von 25000 Euro verfüge. juf (HB)

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