Wirtschaft : Eon steigert Gewinn um 22 Prozent

Zuwachs vor allem in Großbritannien und Skandinavien. Investitionen in erneuerbare Energien sollen verdoppelt werden

Daniel Rhee-Piening

Düsseldorf / Berlin - Der wegen Preiserhöhungen in die Kritik geratene deutsche Energiekonzern Eon hat seinen Gewinn in den ersten neun Monaten des Jahres um 22 Prozent gesteigert. Der bereinigte Konzernüberschuss belaufe sich nach Ende des dritten Quartals auf 4,2 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Umsatz habe im selben Zeitraum um sieben Prozent auf 49,4 Milliarden Euro zugelegt, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei um zwölf Prozent auf 7,1 Milliarden Euro gestiegen, erklärte Eon. Grund für die Gewinnsteigerung seien deutliche Zuwächse vor allem in Skandinavien und Großbritannien, wo der Gewinn um jeweils etwa 38 Prozent gestiegen sei.

Im Gesamtjahr soll das Ebit um fünf bis zehn Prozent zulegen. Die Börse reagierte positiv. Nach einem schwachen Start legte die Eon-Aktie bis zum Schluss auf 134,61 Euro zu und lag damit nur noch leicht unter Vortagesniveau.

Der Eon-Vorstandsvorsitzende zeigte sich zufrieden. „Dieses Quartalsergebnis und die zügige Umsetzung unseres ehrgeizigen Maßnahmenpakets zeigen erneut eindrucksvoll, dass Eon schon heute das internationalste unter den großen Energieunternehmen ist“, sagte Wulf Bernotat am Dienstag. „Wir sind in fast 30 Ländern erfolgreich, erzielen einen immer größeren Anteil unseres Ergebnisses außerhalb Deutschlands und haben jetzt mit Russland und im Windenergiebereich mit Nordamerika erneut wachstumsstarke Märkte hinzugewonnen“, fügte Bernotat hinzu.

Belastend wirkten sich laut Eon höhere Kosten für den Strombezug aus. Auch sei die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien teurer und die Erlöse aus dem Netzgeschäft niedriger geworden. Im Gasgeschäft habe zudem die milde Witterung zu einem deutlichen Absatz- und Ergebnisrückgang geführt.

Der Gasabsatz lag im Berichtszeitraum mit 828,6 Milliarden Kilowattstunden (kWh) um zwei Prozent unter dem Vorjahreswert. Den Stromabsatz konnte der Eon-Konzern hingegen in den ersten neun Monaten um rund 14 Prozent auf 308,4 Milliarden kWh steigern.

Weiter investieren will Eon in erneuerbare Energien. Ihr Anteil an der Energieerzeugung solle massiv ausgebaut werden, um auch in diesem Geschäft eine führende Rolle nicht nur in Europa einzunehmen. Die bislang geplanten Investitionen in Höhe von drei Milliarden Euro seien bereits getätigt worden, sagte Bernotat. Daher sollten nun bis zum Jahr 2010 rund sechs Milliarden Euro in diesen Bereich investiert werden. Derzeit liege der Schwerpunkt im Bereich erneuerbare Energien bei der Windkraft. Zudem sei die Entscheidung getroffen worden, ein hocheffizientes Kohlekraftwerk mit einem noch nie erreichten Wirkungsgrad von mehr als 50 Prozent in Wilhelmshaven zu bauen. „Ein Meilenstein für den Klimaschutz“, sagte Bernotat. mit AFP

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben