Wirtschaft : Eon und Gasprom bauen Gaskraftwerk bei Greifswald

Düsseldorf - Der russische Energiegigant Gasprom baut sein Engagement in Deutschland aus: Zusammen mit dem Energiekonzern Eon werde Gasprom ein Gas- und Dampfturbinenwerk in Lubmin bei Greifswald bauen und betreiben, teilte Eon am Freitag in Düsseldorf mit. Eine entsprechende Absichtserklärung sei von den Partnern am Freitag unterzeichnet worden. 2009 solle die endgültige Investitionsentscheidung fallen. Das Kraftwerk werde eine Kapazität von 1200 Megawatt haben und aller Voraussicht nach 2011 ans Netz gehen.

Lubmin bei Greifswald liegt in der Nähe des Anlandepunktes der künftigen Gaspipeline Nord Stream durch die Ostsee. Der Aufsichtsrat von Nord Stream wird vom früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) geleitet. Über diese Leitung soll das Kraftwerk mit Gas beliefert werden. Eon hatte bereits im Dezember angekündigt, Gasprom an Kraftwerken in West- und Mitteleuropa zu beteiligen. Auch unterirdische Gasspeicher wollen Eon und der russische Staatskonzern gemeinsam betreiben. Im Gegenzug sichert sich der deutsche Konzern Anteile am riesigen sibirischen Gasfeld Juschno Russkoje. An dem Kraftwerk in Lubmin wollen sich beide Firmen zu je 50 Prozent beteiligen. Gasprom hält zudem bereits die Hälfte der Anteile an dem Gaslieferanten Wingas.

Von Lubmin aus ist eine Pipeline bis nach Tschechien geplant. Die 480 Kilometer lange Trasse führt unter anderem an Angermünde, Strausberg, Luckau und Lauchhammer vorbei. Gebaut werden soll diese Opal genannte Pipeline von der Wingas, einer Tochter von Gasprom und BASF, sowie von Eon Ruhrgas. Dagegen gibt es allerdings Widerstand, Anwohner sorgen sich um ihre Sicherheit. AFP/Tsp

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