Wirtschaft : Eon will mit Erdgas das Klima schützen

Berlin – Mit einer 200 Millionen Euro teuren Initiative will die Eon Ruhrgas AG den Einsatz von Erdgas fördern. Vorstandschef Burckhard Bergmann stellte am Mittwochabend in Berlin ein entsprechendes Programm vor. Der überwiegende Teil des Geldes ist für Biogasanlagen vorgesehen. Allerdings „stoßen wir bei der Substratpreiserhöhung an Grenzen“, sagte Bergmann. Für Bioerdgas werden vor allem Mais und Hirse verwendet. Nach Angaben von Eon gibt es derzeit aber auch Experimente mit diversen Gräsern, und der verstärkte Einsatz von Gülle wird geprüft. Aufgrund der hohen Transportkosten müssen die Gasanlagen in der Nähe der Anbauflächen beziehungsweise der Ställe liegen; größer als 30 Kilometer sollte die Entfernung nicht sein, sonst wird das Bioerdgas unwirtschaftlich.

Im Rahmen der Erdgasinitiative, die Eon „Erdgas.ON“ genannt hat, will der Konzern ferner den Austausch von Ölheizungen durch Gasbrennwertheizungen mit 18 Millionen Euro fördern. Und zwar gemeinsam mit den Stadtwerken „mit mindestens 400 Euro pro Anlage im Einfamilienhaus“ und 1000 in Häusern mit mehr als zwölf Wohneinheiten. Ferner gibt es Fördermittel für Solarthermieanlagen. „Wir gehen davon aus, dass wir mit diesem Programm rund 50 000 Gasbrennwertheizungen und rund 7500 Solarthermieanlagen fördern. Dadurch lassen sich 400 000 Tonnen CO2 pro Jahr reduzieren“, sagte Eon Ruhrgas-Vorstandsmitglied Bernhard Reutersberg. Das entspreche etwa dem CO2 Ausstoß für die Wärmeversorgung einer Stadt mit 100 000 Einwohnern. Alles in allem habe Erdgas das größte Klimaschutzpotenzial aller fossilen Energien und stoße etwa nur halb so viel CO2 aus wie Braunkohle.

Eon Ruhrgas teilte am Donnerstag mit, in den nächsten sechs bis sieben Jahren die Speicherkapazität in Deutschland auf etwa zehn Milliarden Kubikmeter verdoppeln zu wollen. Dazu würden mindestens drei Milliarden Euro investiert. Derzeit verfügt Eon hierzulande über elf Speicher mit einer Kapazität von gut fünf Milliarden Kubikmetern. Diese Speicher sollen ausgebaut und in Ostfriesland ein neuer angelegt werden. Vor wenigen Tagen erst hatte der Gaslieferant und Eon-Partner Gazprom angekündigt, in der Nähe der Müritz für 420 Millionen Euro einen Speicher mit bis zu fünf Milliarden Kubikmetern bauen zu wollen. alf

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