Wirtschaft : Epcos mit schwarzen Zahlen

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Die zur Siemens-Familie zählende Münchner Epcos AG ist im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2001/02 in die Gewinnzone zurückgekehrt. Vor Steuern und Zinsen verdiente der Hersteller elektronischer Bauelemente zwischen Oktober und Ende Dezember 2001 sechs Millionen Euro, nachdem im Schlussquartal des Vorjahres noch gut 52 Millionen Euro Verlust zu Buche standen, teilte Epcos in einem Zwischenbericht mit. Weil Epcos damit die Erwartungen von Analysten gut erreicht hat, legte die Aktie um 0,77 Prozent auf 45,85 Euro zu.

Für das zweite Quartal 2001/02 sieht Vorstandschef Gerhard Pegam seinen Konzern jedoch weiter unter Marktdruck. "Die Vielzahl von neuen Geräten und Produkten, die vor allem im Mobilfunk in den nächsten Monaten eingeführt werden, stimmen uns aber für die zweite Jahreshälfte zuversichtlicher," sagte der Epcos-Chef.

Der Konzern produziert elektronische Bauelemente aller Art für so unterschiedliche Produkte wie Handies und ICE-Züge. Das setzt die Münchner dem globalen Verfall der Telekommunikations- und Chipmärkte aus, der im Vorjahr begann und weiter anhält. Dem entsprechend schrumpften die Epcos-Umsätze im ersten Quartal 2001/02 gegenüber dem Schlussquartal des Vorjahrs erneut um ein Zehntel auf 318 Millionen Euro. Damit sei nun die Talsohle erreicht, sagte ein Konzernsprecher. Auch bei den Auftragseingängen wurde die Talsohle mit einem Zuwachs im ersten Quartal um 31 Prozent auf 275 Millionen Euro durchschritten.

Die Pläne für das Gesamtjahr sieht Unternehmenschef Pegam gleichwohl gefährdet. Ende 2001 hatte er noch einen schrumpfenden, aber deutlich dreistelligen Millionengewinn in Aussicht gestellt. Davon ist nun nicht mehr die Rede. Preisrückgänge um weitere zehn Prozent und hohe Überkapazitäten in vielen Arbeitsfeldern deuten eher auf schlechtere Ergebnisse.

Vor allem die Investitionszurückhaltung der Telekommunikationsunternehmen, die viele Epcos-Produkte für ihre Endgeräte beziehen, belastet den Münchner Konzern zurzeit. Die laufende Verlagerung von 800 heimischen Stellen in kostengünstigere Länder werde dennoch nicht verschärft, sagte ein Epcos-Sprecher. Weltweit beschäftigt der führende europäische und global zweitgrößte Hersteller elektronischer Bauelemente rund 13 000 Mitarbeiter.

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