Wirtschaft : Epcos will Verluste nicht ausschließen Zweite Gewinnwarnung in diesem Geschäftsjahr

Nicole Huss

München - Eine sinkende Nachfrage und der schwache Dollar machen dem Bauelemente-Hersteller Epcos schwer zu schaffen. Schon zum zweiten Mal im laufenden Geschäftsjahr musste der Siemens-Ableger eine Gewinnwarnung abgeben. Ein Verlust im Geschäftsjahr 2004/05 (30. September) könne nicht ausgeschlossen werden, teilte Epcos überraschend mit. Die Börse reagierte verunsichert: Die Aktie stürzte am Donnerstag um 6,32 Prozent auf 9,48 Euro ab und war damit Schlusslicht im Technologie-Index Tec-Dax.

Im zweiten Quartal litt Epcos vor allem unter fehlender Nachfrage, starkem Preisverfall bei Elektronik-Komponenten und dem schwachen Dollar. Zudem belasteten unvorhergesehene Aufwendungen von fünf Millionen Euro für die Schließung eines Werkes in Bordeaux die Bilanz. Auch die Kosten für den Anlauf neuer Produkte hätten zu Buche geschlagen, sagte ein Sprecher dem Tagesspiegel.

Der Umsatz stieg zwar um drei Prozent auf 297 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) fiel jedoch auf minus 27 Millionen Euro. Im ersten Quartal, das bei Epcos als das traditionell stärkste Quartal des Jahres gilt, hatte der Konzern beim Ebit noch ein Plus von 1,4 Millionen Euro erzielt.

Während Epcos-Chef Gerhard Pegam den Markt bei der letzten Gewinnwarnung Mitte Januar nur auf einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis eingestimmt hatte, hält er nun für das laufende Geschäftsjahr ein negatives Jahres-Ergebnis vor Steuern und Zinsen für möglich. Nach Angaben des Epcos-Sprechers sollen neue Produkte im zweiten Halbjahr den Umsatz aber deutlich ankurbeln. Zudem will das Unternehmen weiter Kosten senken. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben die Münchener rund 150 Millionen Euro eingespart. Nun will Epcos die Kosten noch einmal um die gleiche Summe kürzen.

Epcos stellt so genannte passive Bauelemente her und ist in diesem Bereich weltweit die Nummer zwei hinter dem japanischen Unternehmen Murata. Die Kondensatoren und Filter von Epcos kommen in fast jedem elektronischen Gerät zum Einsatz – beispielsweise in Handys, Kühlschränken, Fernsehgeräten und Autos.

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