Wirtschaft : Epigenomics enttäuscht die Anleger

Preis der Biotech-Aktie fällt unter Ausgabepreis

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Berlin Der Börsenstart der Berliner Biotechnologiefirma Epigenomics ist für Anleger enttäuschend ausgefallen. Schon kurz nach dem Handelsstart rutschte die im Prime Standard notierte Aktie unter den Ausgabepreis von neun Euro. Am Nachmittag wurde der Wert mit 8,68 Euro gehandelt – 3,5 Prozent unter dem Ausgabepreis.„Das war nicht gerade eine Initialzündung für den Markt“, sagte Christian Lienke, Sprecher der Fondsgesellschaft Union Investment.

Epigenomics, das Tests für die Diagnose von Krebs herstellt, wollte bereits am vergangenen Freitag an die Börse gehen. Doch Fonds hatten die ursprüngliche Preispanne von 11,90 bis 14,50 Euro als zu hoch kritisiert – und die Aktie nicht gezeichnet. Epigenomics reagierte. Die Preisspanne wurde auf neun bis elf Euro gesenkt, der Börsengang verschoben. Durch die Ausgabe von rund 4,6 Millionen Aktien will das Unternehmen brutto mindestens 41,6 Millionen Euro einnehmen. Nach fast zweijähriger Flaute ist Epigenomics der vierte Börsengang in Deutschland in diesem Jahr.

„In dem schwachen Marktumfeld ist es ein Erfolg, dass der Börsengang überhaupt stattgefunden hat“, sagte Christian Lach, Sprecher der Schweizer Fondsgesellschaft BB Biotech. Trotzdem bleibe die Frage, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn die Firma mit dem Start gewartet hätte.

Alexander Weber, Chefhändler beim Börsenmakler Schnigge, sieht in dem niedrigen Handelspreis einen Beweis dafür, dass das Unternehmen noch immer zu teuer ist. „Die Investoren kaufen selbst auf diesem Niveau nicht“, sagte er. „Es wäre besser gewesen, der Börsengang wäre nicht gekommen – das Ding ist erstmal verbrannt.“ pet

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