Wirtschaft : Erben ohne Grenzen

Straßburg - Grenzüberschreitendes Erben und Vererben soll für die Bürger der Europäischen Union in Zukunft einfacher, weniger bürokratisch und kostengünstiger werden. Dies ist das Ziel einer EU-Verordnung, die das Europaparlament in Straßburg verabschiedet hat. Der Ministerrat, in dem die 27 EU-Staaten vertreten sind, muss das Vorhaben noch formell absegnen, was in Kürze geschehen soll. In Kraft tritt die Neuregelung voraussichtlich im Sommer 2015. Die Verordnung sieht vor, dass ein EU-Bürger, der in einem anderen Mitgliedsland lebt oder etwa Grundbesitz hat, künftig festlegen kann, welches Erbrecht für seinen Nachlass gelten soll. Wenn er dies nicht tut, gilt automatisch das Recht des Landes, in dem er zum Zeitpunkt seines Todes lebte. Dadurch soll vermieden werden, dass unterschiedliche Gesetze kollidieren, wie es derzeit der Fall ist. Nach deutscher Rechtsauffassung etwa gilt für jeden Bundesbürger deutsches Erbrecht, egal wo er zuletzt lebte. Die Erbschaftsteuer wird von der geplanten Verordnung nicht angetastet. Sie wird wie bisher von dem Land erhoben, in dem sich ein Vermögen oder ein Grundbesitz befinden. AFP

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