Wirtschaft : Erben zahlen bei Steuerschulden nicht doppelt

München - Wenn Eltern ihren Kindern neben einer Erbschaft auch Steuerschulden hinterlassen, dann darf das Finanzamt nicht doppelt kassieren. Die noch fällige Einkommensteuer ist zunächst vom Nachlass abzuziehen und erst dann die Erbschaftsteuer zu berechnen, wie der Bundesfinanzhof (BFH) in München mit einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil entschied. (Az: II R 15/11) Damit muss eine Tochter erheblich weniger Erbschaftsteuer zahlen. Ihre Eltern waren beide 2004 kurz nacheinander gestorben. Die Tochter und ihre Schwester traten ein Millionenerbe an. Davon mussten sie allerdings noch die Einkommensteuer der Eltern für 2004 in Höhe von gut 1,8 Millionen Euro bezahlen. Dieses Geld berücksichtigte das Finanzamt nicht bei der Berechnung der Erbschaftsteuer. Jede Tochter sollte hier nochmals rund 500 000 Euro zahlen. Wie der BFH entschied, gehört die Steuerschuld zu den sogenannten Nachlassverbindlichkeiten, die das zu versteuernde Erbe mindern. Die Richter betonten, es handele sich um Schulden, die eindeutig aus dem Erbe „herrühren“. AFP

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