Wirtschaft : "Erdgaspreis steigt um 30 Prozent" - Unternehmen will Geschäft auf europäischen Markt erweitern

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Die Ruhrgas AG rechnet für das laufende Jahr mit Preissteigerungen für Erdgas von rund 30 Prozent. Das kündigte der Vorstandsvorsitzende des größten Erdgashändlers in Europa an. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Friedrich Späth deswegen mit bis zu 50 Prozent mehr Umsatz. Der Absatz der Ruhrgas ist in den ersten vier Monaten dieses Jahres trotz vergleichsweise warmer Temperaturen um 2,4 Prozent auf 250 Milliarden Kilowattstunden gestiegen. Ruhrgas will in diesem Jahr "überall weiterwachsen", wie Späth sagte. Vor allem in Osteuropa sieht er Chancen. Es gebe aber zur Zeit keinen Anlass, den vierprozentigen Anteil an dem größten Erdgasproduzenten der Welt, der russischen RAO Gazprom, zu erhöhen. Späth sagte, die Ruhrgas interessiere sich für ein größeres Aktienpaket, jedoch sei dies zwischen Essen und Moskau im Moment kein Thema.

Es wäre schon "revolutionär", wenn mit Burckhard Bergmann, Vizevorstand der Ruhrgas, auf der Gazprom-Hauptversammlung am 30.Juni zum ersten Mal ein Ausländer in den Aufsichtsrat des russischen Gasriesen gewählt würde. Bergmann kandidiere auf Wunsch der Russen. In ganz Europa will die Ruhrgas nach Worten von Späth ihr Geschäft ausbauen. Im Berichtsjahr 1999 habe das Unternehmen deshalb die Zahl der Beteiligungen an in- und ausländischen Energieversorgern weiter erhöht. Wegen der niedrigen Gaspreise im Berichtsjahr 1999 verringerte sich der Umsatz der Ruhrgas AG um 6,2 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro, obgleich der Gasabsatz dem des Vorjahres entsprach. Der Umsatz des Konzerns lag bei 7,3 Milliarden Euro und damit um fünf Prozent niedriger als 1998. Der Jahresüberschuss betrug wie im Vorjahr 347 Millionen Euro.

Späth bestätigte, dass sich die Aktionärsstruktur des Gashändlers ändern wird. Dies werde das Geschäft aber nicht beeinflussen. Er gehe davon aus, dass auch die Zusammenarbeit zwischen Ruhrgas und RWE davon unberührt bleiben werde, falls RWE aus der Bergemann-GmbH ausscheide. Über Bergemann, die zu 34,2 Prozent an der Ruhrgas AG beteiligt ist, hält die RWE-Tochter Dea Anteile an Ruhrgas.

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