Wirtschaft : Ericsson überrascht

Telekom-Ausrüster übertrifft Umsatzerwartungen

Stockholm - Der weltweit größte Hersteller von Mobilfunknetzen, Ericsson, hat die Märkte trotz Finanzkrise positiv überrascht: Der schwedische Konzern übertraf mit seinem Umsatz im dritten Quartal die Erwartungen so deutlich, dass er die Präsentation der Zahlen von Freitag auf Montag vorzog.

Der Kurs der Ericsson-Aktie schnellte nach der Vorlage zeitweise um mehr als 20 Prozent nach oben und erreichte den höchsten Stand seit mehr als einem halben Jahr. Der Titel hatte allerdings seit Jahresbeginn 34 Prozent verloren. Analysten zeigten sich vom Umsatzanstieg um 13 Prozent auf 49,2 Milliarden Kronen (rund 4,9 Milliarden Euro) positiv überrascht. Beim Nettogewinn verzeichnete der Konzern allerdings ein Minus von 28 Prozent auf 2,8 Milliarden Kronen.

Besonders die Entwicklung Ericssons in den USA überraschte. Der Umsatz in dem von der Finanzkrise geplagten Land stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 44 Prozent. Neben Indien und China gehören die USA inzwischen zu Ericssons wichtigsten Märkten. Der zügige Ausbau der mobilen Breitbandtechnologie habe dem Konzern geholfen, sagte Konzernchef Carl-Henrik Svanberg. Der Erfolg Ericssons in den USA ist umso erstaunlicher, als der Konkurrent Nortel dort seit längerem mit Schwierigkeiten kämpft. So musste Nortel vor einem Monat seine Prognose für das Gesamtjahr 2008 nach unten revidieren.

Lediglich das Geschäft in Westeuropa enttäuschte, sagte Ericsson-Chef Svanberg. Hier sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent. Mehrere große Telekom-Konzerne hatten ihre Investitionen gekürzt. Außerdem versuchen neue Akteure wie die chinesischen Anbieter Huawei und ZTE, mit niedrigen Preisen auf den Märkten Fuß zu fassen.

Für das Gesamtjahr rechnet Ericsson mit einer Stagnation. Angesichts der Finanzkrise werteten die meisten Experten dies jedoch als positiv. Auch für 2009 rechnet Svanberg mit einem Nullwachstum: „Wir gehen einmal von diesem Szenario aus, aber arbeiten gleichzeitig mit verschiedenen Szenarien für eine positivere und eine negativere Entwicklung.“HB

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