Wirtschaft : Ernährung ist wichtiger als Klimaschutz Neuer Bauernpräsident: Alle Flächen sind nötig

Fürstenfeldbruck - Der neu gewählte Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, sieht die Welternährung als wichtigste Herausforderung – noch vor dem Klimawandel. Die sichere Versorgung mit Lebensmitteln sei die vordringliche Aufgabe, sagte Rukwied am Donnerstag beim Bauerntag in Fürstenfeldbruck. Zugleich änderten sich Ernährungsgewohnheiten weltweit hin zu mehr Fleischkonsum – unabhängig von den kritischen Diskussionen in Deutschland und Europa.

Mit Blick auf die Bestrebungen, Böden zugunsten der Ökologie nicht zu bewirtschaften, sagte Rukwied, es würden alle Flächen gebraucht. Die Naturschutzpläne von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos seien kontraproduktiv. Demnach sollen die Bauern auf sieben Prozent ihrer Flächen nichts anbauen, um die vollen Direktzahlungen zu bekommen.

Naturschützer forderten Rukwied derweil auf, den Widerstand gegen die Naturschutzpläne der EU-Agrarreform aufzugeben. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes dürfe sich Tierschutz und Naturschutzforderungen nicht verschließen, verlangte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger.

Rukwied war am Vortag beim Bauerntag in Fürstenfeldbruck als Nachfolger von Gerd Sonnleitner gewählt worden, der nach 15 Jahren an der Spitze des Deutschen Bauernverbandes nicht mehr kandidierte. Ein grundlegender Richtungswechsel ist mit Rukwied nicht zu erwarten. dpa

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