Wirtschaft : Ernährungsindustrie: Wachstum trotz BSE-Krise

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Trotz eines massiven Vertrauensverlustes der Verbraucher infolge der BSE-Krise befindet sich die deutsche Ernährungsindustrie auf Wachstumskurs. Das sagte der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Peter Traumann, am Montag in Berlin. Nach zwei negativen Jahren verzeichnete die Branche 2000 mit 235 Milliarden Mark ein Umsatzplusvon 3,2 Prozent. "Verliererbranche" infolge des Rinderwahnsinns und anderer Fleischskandale sei die fleischverarbeitende Industrie. Bis zu 40 000 der insgesamt 112 000 Arbeitsplätze in der Schlachtung und Fleischverarbeitung seien nach Gewerkschaftsangaben gefährdet. Derzeit arbeiteten fast 12 000 Beschäftigte kurz. Maßgeblich für den Aufschwung sei vor allem das Auslandsgeschäft gewesen, sagte Traumann. Der Exportumsatz stieg auf 42,8 Milliarden Mark. Allerdings seine jetzt auch im Auslandsgeschäft die Folgen der BSE-Krise zu spüren. Mehrere Länder wie etwa Polen oder asiatische Staaten hätten ihre Märkte für Rindfleischimporte aus Deutschland geschlossen. BVE-Hauptgeschäftsführer Matthias Horst warnte Verbraucherschutzministerin Renate Kühnast (Grüne) davor, durch eine Reform der Landwirtschaft bei den Verbrauchern falsche Erwartungen zu wecken. Bisher beschränke sich die Agrarwende nur auf "große Ankündigungen". Das Konzept des Bundeskanzleramtes für eine "verbraucherorientierte Neuausrichtung der Agrarpolitik" lehnte Horst in wesentlichen Punkten ab. Die von der Bundesregierung geplante Ernährungskampagne weg von Fast Food und Fertigkost hin zu ökologischen Nahrungsmitteln sei eine Bevormundung des Verbrauchers. "Diese Kampagne ist keine adäquate Antwort auf das BSE-Desaster." Schließlich seien Öko-Produkte per se nicht gesünder als die Produkte aus dem konventionellen Anbau.

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