Erneuerbare Energie : Sonne wirft mehr ab als Windkraft

Eine Studie des Fraunhofer Instituts zeigt: Die Gewinne der Solaranlagen liegen dreimal so hoch wie bei der Windkraft.

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Rund 40 Prozent der hierzulande installierten Solarstromkapazitäten befinden sich in Bayern und Baden-Württemberg.
Rund 40 Prozent der hierzulande installierten Solarstromkapazitäten befinden sich in Bayern und Baden-Württemberg.Foto: dpa

Sonne statt Wind: Mit Photovoltaikanlagen lassen sich in Deutschland deutlich höhere Gewinne erzielen als mit Windkraftanlagen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Montag veröffentlichte Studie des Fraunhofer Instituts. Obwohl mit Sonnenenergie weniger Strom produziert wird, sind die Anlagen offenbar profitabler. „Für das Jahr 2012 fielen die durch Windkraftanlagen realisierten Gewinne mit etwa 750 Millionen Euro deutlich geringer aus als bei Photovoltaikanlagen, die mit rund 2,7 Milliarden Euro mehr als dreimal so hohe Gewinne einbrachten“, schreiben die Autoren der Studie, an der auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) aus Berlin mitwirkte.

Die Gewinne fallen sehr unterschiedlich aus

Die Gewinne der beiden erneuerbaren Energieträger, die sich wesentlich aus der im EEG-Gesetz festgelegten Vergütung für den eingespeisten, regenerativ erzeugten Strom ergeben, fallen nicht nur sehr unterschiedlich aus. Die Erträge sind auch regional konzentriert. So decken laut Studie Bayern und Baden-Württemberg rund 40 Prozent der hierzulande installierten Solarstromkapazitäten, entsprechend hoch ist ihr Anteil am Gewinn. Windkraft wird hingegen im Norden Deutschlands erzeugt, in Niedersachsen, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt. Sie produzieren mehr Windstrom als alle zwölf anderen Bundesländer zusammen.

Nicht nur Sonne und Wind haben unterschiedliche Gewinnspannen, auch Windkraftanlagen sind nicht alle gleich profitabel. Brandenburg zum Beispiel erzielt nach einer Modellschätzung der Studie nur einen Bruchteil der Gewinne Niedersachsens oder Schleswig-Holsteins – obwohl das Bundesland seit 2000 über die zweitgrößte Gesamtstromkapazität verfügt. Als Gründe nennt das Fraunhofer Institut hier die natürlichen Wetterbedingungen oder die regionale Raumplanung.

Die Finanzierungsstruktur hat großen Einfluss

Die höhere Profitabilität von Photovoltaikanlagen erklärt sich – neben den Wetterbedingungen – auch aus der Finanzierungsstruktur. Photovoltaik ist dezentraler, kleine Anlagen werden häufiger von Privatpersonen oder Haushalten mit mittleren bis höheren Einkommen errichtet. Windparks hingegen werden von Fonds, Unternehmen, Genossenschaften oder einzelnen Großinvestoren finanziert.

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