Erneuerbare Energie : Wolken am Solarhimmel

Die für 2009 geplante Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) könnte für die deutsche Solarbranche schwere Folgen haben. In der Branche wird befürchtet, dass mehrere tausend Beschäftigte ihre Arbeit verlieren könnten.

Katja Reimann

Berlin„Die 20 000 Beschäftigten im Handwerk wären von einem abrupten Einschnitt zuerst betroffen“, sagte Carsten Körnig vom Bundesverband der Solarwirtschaft, der die Interessen von 600 deutschen Solarunternehmen vertritt, dieser Zeitung. Hermann Iding, Sprecher der Brandenburger Aleo Solar AG, befürchtet ein „Installateursterben“, sollte die Bundesregierung sich für starke Subventionskürzungen entscheiden.

Das Bundesumweltministerium plant eine Kürzung der Vergütungen für Solarstrom in drei Schritten. Die Vergütungen würden demnach 2009, 2010 und 2011 um neun, sieben und acht Prozent sinken. Außerdem ist eine einmalige Absenkung der Grundvergütung von einem Cent pro Kilowattstunde vorgesehen.

In der Branche wird befürchtet, dass die Solarstromproduktion in Deutschland zusammenbrechen könnte, wenn die Förderung zu stark und schnell zurückgefahren wird. Zurzeit sind rund 42 000 Menschen in der Fotovoltaik-Industrie beschäftigt. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Branche einen Umsatz von 5,5 Milliarden Euro.

Das EEG wurde im Jahr 2000 verabschiedet, um den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland zu fördern. Netzbetreiber wurden damit verpflichtet, den alternativ erzeugten Strom einzuspeisen und zu bezahlen. Diese Kosten werden auf die Rechnungen sämtlicher Stromverbraucher umgelegt. Der Bundestag will Anfang Juni über die Novellierung des EEG entscheiden. Katja Reimann

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