Erneuerbare Energien : Die Umlage für Ökostrom könnte sinken

Im kommenden Jahr könnten Stromkunden erstmals seit 2000 mit einer Senkung der Ökostrom-Umlage rechnen. Mittelfristig ist aber keine Entlastung in Sicht.

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Stromkunden könnten im kommenden Jahr weniger für die Ökostrom-Umlage zahlen müssen.
Stromkunden könnten im kommenden Jahr weniger für die Ökostrom-Umlage zahlen müssen.Foto: dpa

Erstmals seit dem Jahr 2000, dem Beginn der Ökostromförderung im großen Stil, können Stromkunden im kommenden Jahr mit einer leicht sinkenden Belastung rechnen. Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelte und für jedes Jahr neu festgelegte Umlage, könnte von aktuell 6,24 Cent je Kilowattstunde auf 5,8 bis 6,2 Cent im kommenden Jahr sinken. Diese Prognose gab die Berliner Initiative Agora Energiewende am Dienstag ab. Sie gelte allerdings nur, „wenn im parlamentarischen Verfahren keine kostentreibenden Änderungen am EEG-Entwurf beschlossen werden“, sagte Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende.

Grafik: Tsp

Graichen gab damit seinem Vorgänger Rainer Baake einen Wink. Der Grünen-Politiker hatte den Chefposten bei Agora aufgegeben, um im Januar in der Bundesregierung als Staatssekretär im Wirtschafts- und Energieministerium die Energiepolitik zu koordinieren.

Wie hoch die Umlage tatsächlich ausfällt, wird erst im Herbst amtlich festgelegt. Die Höhe hängt maßgeblich von der Entwicklung des Börsenstrompreises und der Wind- und Solarstromproduktion im Sommer ab. Die Experten gehen aber wegen eines Sondereffektes von einer sinkenden Umlage aus: 2015 werde ein 2014 einmalig erhobener Sonderzuschlag zum Ausgleich von Defiziten auf dem EEG entfallen. Ab 2016 und 2017 werde die aktuelle Höhe der Umlage wohl wieder erreicht, hieß es.

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Ein größerer privater Durchschnittshaushalt mit 3500 Kilowattstunden Jahresverbrauch zahlt in diesem Jahr über seine Stromrechnungen gut 218 Euro in den Umlagetopf. Im kommenden Jahr würden es, tritt die Prognose ein, bestenfalls 203 Euro sein: eine Entlastung von 15 Euro, die mit einer kleinen Strompreiserhöhung der Versorger schnell wieder aufgefressen wäre.

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