Erneuerbares Deutschland : Atlas zeigt, wo Energie erzeugt wird

Energie aus Sonne, Wind und Wasser: Ein Atlas zeigt, wo sie erzeugt wird – und wo es mehr sein könnte.

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Energie aus Sonne, Wind und Wasser: Ein Atlas zeigt, wo es mehr sein könnte. -Grafik: Tsp/Pieper-Meyer

BerlinBerlin - Günther Jauch würde wohl selbst für eine Million Euro keinen Kandidaten fragen, wie der nördlichste genehmigte Hochseewindpark in der deutschen Nordsee heißt. „Sandbank 24“ wäre die korrekte Antwort, die aber kein Normalsterblicher kennen muss. Einen schon etwas höheren Nutzwert hat die Information, dass knapp zehn Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Jahr 2008 zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt worden sind – etwa indem Zuckerrüben zu Bioethanol verarbeitet und dem Autokraftstoff beigemengt worden sind.

Die halbstaatliche Agentur für Erneuerbare Energien hat jetzt einen 63 Seiten starken Atlas herausgegeben mit gefühlten zehntausend solcher Informationen. Er enthält Grafiken und Karten über Windenergie, Solarenergie, Geothermie, Bioenergie und Wasserkraft in Deutschland. Die Agentur wird von rund 100 Unternehmen und Verbänden aus allen Ökostrombranchen sowie den Bundesministerien für Umwelt und Landwirtschaft finanziert. Schirmherr der Agentur ist der ehemalige Umweltminister und Generaldirektor des Uno-Umweltprogramms, Klaus Töpfer.

Experten des Hauses haben das im Atlas enthaltene Datenmaterial von den Mitgliedsverbänden und öffentlich zugänglichen Quellen zusammengetragen. Die erste Auflage von 3000 Stück wurde bereits an Fachleute, Politiker, Energiemanager und Journalisten verschickt. Ursprünglich war das Werk mit dem vollen Titel „Erneuerbare Energien 2020, Potenzialatlas Deutschland“ auch nur für diese Personengruppen bestimmt. „Damit wollten wir Fachleuten und Entscheidungsträgern zeigen, wie Deutschland in zehn Jahren aussehen könnte, wenn man in Erneuerbare investiert und sie politisch fördert“, sagt Philipp Vohrer, Sprecher der Agentur. Sein Haus prognostiziert, dass bis zum Jahr 2020 rund 47 Prozent des Stroms, 25 Prozent der Wärme und 22 Prozent des Autokraftstoffes aus erneuerbaren Quellen stammen könnten.

Mittlerweile haben bei der Geschäftsstelle in Berlin-Mitte jedoch so viele Fach- und Privatleute nach einem Exemplar gefragt, dass die Agentur eine zweite Auflage von 7000 Exemplaren in Druck gegeben hat. Diese wird ab Mitte Februar gegen eine Schutzgebühr von fünf Euro ausgeliefert.

Weitere Informationen unter: www.unendlich-viel-energie.de

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