Wirtschaft : Ernst Welteke

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Ab und zu erscheint Ernst Welteke noch bei Vortragsveranstaltungen. Auf dem Podium sitzt der 62Jährige aber nicht mehr. Denn: In der Finanzgemeinde wird Welteke gemieden. Selten hat ein Manager so viel falsch gemacht nach der Aufdeckung einer Affäre. Am 1. April kommt ans Licht, dass sich der Bundesbank-Präsident einen mehrtägigen Silvester-Aufenthalt seiner Familie im Berliner Adlon-Hotel 2001 von der Dresdner Bank hatte bezahlen lassen. Zur Einführung des Euro-Bargeldes hatte die Bank ans Brandenburger Tor geladen, Welteke war einer der Hauptredner. „Wenn ich schon an Silvester nach Berlin fahre, dann dehne ich das noch ein bisschen aus“, sagte er. Auf 7661,20 Euro belief sich die Rechnung. Tagelang gibt sich Welteke locker, spricht von einer Kampagne. Aber Finanzminister Eichel rückt von ihm ab. Welteke begleicht den privaten Teil der Rechnung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Am 16. April reicht Welteke nach fast fünf Jahren an der Bundesbank-Spitze seinen Rücktritt ein. Der Finanzwissenschaftler Axel Weber wird sein Nachfolger. Welteke muss 25000 Euro Geldbuße zahlen. Unklar bleibt, wer Welteke die Affäre und den Absturz eingebrockt hat. ro

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