Wirtschaft : Erst das Öl, dann das Gas

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Durch die hohen Notierungen für Öl werden bald auch die Gaspreise anziehen. Der Berliner Versorger Gasag will voraussichtlich zum Oktober erhöhen , sagte ein Sprecher dem Tagesspiegel. „Es gibt noch keine konkreten Entscheidungen, doch ein Preisanstieg zum Herbst ist sehr wahrscheinlich.“ Der Aufschlag werde sich zwischen vier und sieben Prozent bewegen. Die Gasag ist kein Einzelfall. Der Bundesverband der Gas und Wasserwirtschaft (BGW) hält steigende Erdgaspreise zum Herbst/Winter in ganz Deutschland für wahrscheinlich, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte.

DIE KOPPELUNG

Der Gaspreis ist traditionell an den Erdölpreis gekoppelt. Wird Öl teurer, folgen die Gaspreise mit etwa sechs Monaten Verzögerung . Sinn dieser Regelung ist es, die Gasversorger und damit die Kunden vor der Willkür der Produzenten zu schützen. Weil Gas nur über Leitungen transportiert werden kann, ist ein Lieferantenwechsel kurzfristig kaum möglich.

PRODUKTION

Die wichtigsten Gas-Importländer für Deutschland sind Russland, Norwegen und die Niederlande, die fast 80 Prozent des Bedarfs decken. Weniger als ein Fünftel stammt aus heimischer Produktion.

WETTBEWERB

Die geplante Liberalisierung der Energiemärkte soll zu mehr Wettbewerb zwischen den regionalen Gasversorgern führen. Die Preisbindung an das Öl ist davon aber nicht betroffen. Denn auf die Produzenten im Ausland haben deutsche Wettbewerbsbehörden keinen Einfluss. avi

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