Wirtschaft : Erste Berliner Solartankstelle für E-Mobilität Modellstadt

für Elektroautos

Die Zwei von der Ladestelle. Senator Harald Wolf (links) und Orco-GSG-Geschäftsführer Sebastian Blecke. Foto: promo
Die Zwei von der Ladestelle. Senator Harald Wolf (links) und Orco-GSG-Geschäftsführer Sebastian Blecke. Foto: promo

Berlin - Beim Thema Elektromobilität zeigt sich in vielen deutschen Städten ein Henne-Ei-Problem: Es gibt bisher nicht viele Autos mit Elektromotor, vor allem aber „noch viel zu wenige Ladesäulen“ für die Akkus, wie Kerstin Haarmann, Bundesgeschäftsführerin des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), kritisiert. Deshalb freute sie sich am Freitag über die erste kommerzielle Solartankstelle für Autos in Berlin, die Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) im Rahmen eines „E-Mobility-Day“ in einem Weddinger Gewerbehof eröffnete. Der Senat will Berlin zur Modellstadt für E-Mobilität machen und strebe bis 2020 die Zahl von rund 100 000 Elektroautos in der Stadt an, bekräftigte Wolf.

Dies sei allerdings ein „ambitioniertes Ziel“, gab der Senator zu. Er selbst wolle ab Juli einen Wagen mit Brennstoffzellenantrieb fahren, bei dem der Elektromotor die Energie aus Wasserstoff bezieht. Es handelt sich um ein Fahrzeug der Baureihe „B-Klasse F-Cell“, die Mercedes- Benz seit Jahresbeginn an ausgewählte Kunden wie den Berliner Gasversorger Gasag und den Energiekonzern Vattenfall verleast.

In Berlin gibt es bereits hunderte Ladestationen, die sich aus dem Stromnetz speisen. Im Weddinger Gewerbehof der Immobiliengruppe Orco GSG wurden dagegen Solarmodule des Herstellers Conergy auf Dächern der denkmalgeschützten Industrie-Altbauten montiert. Die entgeltpflichtige Solartankstelle kann von jedermann genutzt werden, ist aber vor allem für Mieter wie die Sicherheitsfirma Securitas gedacht, die einen Smart mit Elektroantrieb in Betrieb nahm und erwägt, weitere E-Fahrzeuge anzuschaffen. Die Orco GSG bietet diese auch per Carsharing an. Außerdem überlegt die Vermieterfirma weitere 45 Solartankstellen aufzustellen.

Zu einem Schlagabtausch zwischen Senator Wolf und der Berliner Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast kam es übrigens nicht: Künast hatte überraschend wegen anderer Termine abgesagt. CD

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