Wirtschaft : Erste Erfolge nach jahrelanger Arbeit (Kommentar)

Daniel Rhee-Piening

Jetzt erntet Wolfgang Rupf die Früchte langer Jahre harter Arbeit an der Spitze der Bankgesellschaft Berlin. Die Altlasten sind weitgehend beseitigt, die Risikovorsorge ist erneut rückläufig. Der Konzern ist neu strukturiert, und an der Spitze sitzt zum großen Teil ein neues Management. Doch der Konzern ist noch lange nicht am Ziel. Das Geld wird überwiegend im Inland verdient, und wer sich die Bilanzen der Frankfurter Institute ansieht, weiß wie schwer das ist. Die deutschen Großbanken erwirtschaften ihre Gewinne vorwiegend im Ausland. Doch die Bankgesellschaft Berlin ist, zumindest derzeit, auf ihren Standort und das kostenintensive Filial-Geschäft mit den Privatkunden festgenagelt. Die Bank muss versuchen, ihre Verwaltungs- und Personalkosten weiter zu drücken. Zugleich wäre sie klug beraten, in ihren fast drei Millionen Privat- und kleinen Firmenkunden als Vorteil anzusehen im härter werdenden Wettbewerb am Standort Berlin. Die Bankgestellschaft ist immerhin die größte Filialbank am Standort. Da bietet es sich an, nach Kooperationspartnern Ausschau zu halten, sei es im elektronischen Geschäft, sei es bei den Immobilien. Offenkundig sieht Rupf die Bank auch hier auf einem gutem Weg. Doch das Terrain solcher Kooperationen ist gefährlich. Persönliche Eitelkeiten und Animositäten können schnell zu Misserfolgen führen; die Sparkassenverbände wollen im Filialgeschäft gerne auch ein Wörtchen mitreden. Und auch die regionale Expansion beispielsweise nach Polen und Tschechien will genau geplant sein. In Berlin erinnert man sich noch zu gut an die Expansion der Berliner Bank ins alte Bundesgebiet. Dieser Ausflug wurde sehr teuer.

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