Wirtschaft : Erste Frau an der Spitze von GM Mary Barra lenkt

ab Januar Opel-Mutter.

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Detroit/Rüsselsheim - Pepsi hat eine Chefin, Hewlett Packard auch und Yahoo sowieso: In großen US-Unternehmen sind Frauen an der Spitze keine Ausnahme mehr. Auch die Geldpolitik der Fed, der wichtigsten Notenbank der Welt, steht mit Janet Yellen bald unter weiblicher Leitung. Seit Dienstag ist die Reihe der Topmanagerinnen noch länger – und das ausgerechnet in der Autoindustrie, die bisher wie kaum eine andere eine Männerwelt ist. Der Verwaltungsrat des US-Autoriesen General Motors berief überraschend die 51 Jahre alte Mary Barra ans Steuer des Konzerns. Die bisherige Vizepräsidentin ist derzeit für die weltweite Produktentwicklung verantwortlich.

Barra ist nicht nur die erste Frau an der Spitze der Opel-Mutter aus Detroit. „Sie ist die erste Frau an der Spitze eines großen Autokonzerns“, wie Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer betont. Ein Nachteil sei das aber keineswegs – ganz im Gegenteil: „Endlich übernimmt jemand die Führung bei GM, der das Produkt sehr gut kennt und weiß, wie Technik funktioniert und Autos entwickelt werden.“ Ihr Vorgänger Dan Akerson, der sich Mitte Januar mit 65 Jahren zurückzieht, gilt eher als Restrukturierer. Auch davor war eine Reihe von GM-Bossen in der Branche eher als Erbsenzähler verrufen, die stärker auf die Finanzen schauen als auf die Qualität.

Barra ist keineswegs neu im Geschäft. Die Ingenieurin kam schon seit 1980 als Studentin zu dem Autobauer und hat seither Erfahrungen in der Fertigung, der Entwicklung und der Personalführung gesammelt. „Sie ist führend am neuesten Erfolg der Firma beteiligt und belebt die Produktentwicklung bei GM“, betont das Unternehmen. Ihre Produkte seien von einer ungekannten Qualität und kämen beim Kunden besonders gut an. Am Dienstag sagte sie ganz nach Manier ihrer Vorgänger, die ihre Reden gern mit Superlativen überfrachten: „Es ist eine Ehre, das beste Team der Branche zu führen und unseren momentanen Erfolg mit voller Geschwindigkeit fortzusetzen.“ dpa

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