Wirtschaft : Erste Gasversorger senken Preise Dienstag Gipfel im Wirtschaftsministerium

Heidelberg/Berlin - Nach monatelangem Preisverfall beim Öl haben fünf der bundesweit rund 750 regionalen Gasversorger erstmals angekündigt, ihre Tarife zu senken. Das teilte das Verbraucherportal Verivox mit. Demnach wolle der Anbieter Medl aus Mühlheim an der Ruhr den Gaspreis zum Dezember um 6,7 Prozent, die Gasanstalt Kaiserslautern um 3,6 Prozent senken. Zum Januar wollten die Versorger Erdgas Schwaben Augsburg und Rheinenergie nachziehen.

Eine Verivox-Sprecherin nannte dies „Einzelfälle und mit Sicherheit nicht der Beginn einer Welle“. Auch seien die ab Dezember geltenden Tarife etwa beim Anbieter Medl nicht besonders günstig. „Medl wird zwar billiger, kommt aber auch von einem sehr hohen Preisniveau“. Der Berliner Versorger Gasag erwägt erst zum Frühjahr eine Preissenkung. „Mit unseren Tarifen liegen wir im bundesweiten Vergleich im unteren Drittel“, sagte Gasag-Sprecher Klaus Haschker. Derzeit habe man keinen Spielraum, da die Einkaufspreise wegen des Ölpreisrekords im Sommer noch zu hoch seien.

Traditionell folgt die Preisentwicklung beim Gas der des Öls mit etwa einem halben Jahr Verzögerung. Zum Herbst hatte rund die Hälfte aller Versorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 15 Prozent durchgesetzt. Da Rohöl auf dem Weltmarkt aber heute weniger als halb so teuer ist wie im Juli, dürften die Preise im März auf breiter Front sinken.

Im Bundeswirtschaftsministerium möchte man nicht so lange warten. Eine Sprecherin teilte mit, dass man die wichtigsten Vertreter der Gasbranche für Dienstag zu einem Treffen einbestellt habe, um über die Preise zu sprechen. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hatte die Preispolitik der Versorger in den vergangenen Wochen mehrfach scharf kritisiert. kph

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