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Erste Quartalsbilanz : Facebook macht Verluste - Zuckerberg weicht aus

Das erste Quartal als börsennotiertes Unternehmen endet für Facebook mit einem dicken Verlust. Das lag nicht nur an "Farmville" oder "Cityville". Facebook-Chef Mark Zuckerberg blickt nun lieber voraus als zurück.

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Das Handy soll's richten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg setzt vor allem auf mobile Lösungen für Facebook.
Das Handy soll's richten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg setzt vor allem auf mobile Lösungen für Facebook.Foto: dapd

Die Verluste entsprechen 128 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Ohne ein Steuergeschenk wäre das Minus sogar noch weit gewaltiger ausgefallen. Im Vorjahreszeitraum hatte Facebook noch 240 Millionen Dollar verdient.

Facebook selbst betonte hingegen, um Sonderposten bereinigt habe es einen Ertrag von 295 Millionen Dollar für das zweite Quartal erwirtschaftet. Damit traf es in etwa die Erwartungen der Analysten.

Ausschlaggebend für den Verlust sind verschiedene Faktoren. Facebook gab an, vor allem Aktienoptionen der Mitarbeiter nach dem Börsengang hätten die Kosten in die Höhe getrieben. Daneben macht sich auch bemerkbar, dass das Unternehmen auf der Suche nach neuen Verdienstmöglichkeiten stark in Produkte und Technik investiert. Nicht zuletzt verschlingt auch das Marketing Geld. Offenbar mit Erfolg: Ende Juni hatte Facebook 955 Millionen monatliche Nutzer nach 901 Millionen Ende März und 845 Millionen Ende Dezember. Sorgen um einen Nutzerschwund lösten sich damit in Luft auf.

Auch die Werbeeinnahmen stiegen. Insgesamt kam Facebook auf einen Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar und damit 32 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die seit dem Börsengang im Mai stark unter Druck stehende Aktie schwankte nachbörslich stark und fiel zuletzt auf ein neues Allzeittief von unter 25 Dollar. Neuaktionäre hatten beim Börsengang im Mai 38 Dollar berappen müssen.

Facebook wurde auch durch die schwache Vierteljahresbilanz des Online-Spieleherstellers Zynga belastet. Zynga steuerte zuletzt 15 Prozent zum gesamten Facebook-Umsatz bei. Anleger verloren jede Geduld mit dem Spielehersteller. An der US-Technologiebörse Nasdaq stürzte der Kurs um rund 40 Prozent auf drei Dollar ab.

Der „Farmville“-Erfinder hatte seine Aktie erst im Dezember zum Preis von zehn Dollar an die Börse gebracht. Bei Zynga ist das eigentliche Spiel kostenlos, der Entwickler verdient sein Geld mit dem Verkauf virtueller Güter wie Traktoren in „Farmville“ oder Gebäuden in „Cityville“. Facebook bekommt einen Anteil an diesen Einnahmen.

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