Wirtschaft : Erstes Airbus-Triebwerk aus Brandenburg

Rolls-Royce produziert jetzt noch mehr in Dahlewitz / Platzeck spricht von Erfolgsgeschichte

Rainer W. During

Dahlewitz – Rolls-Royce Deutschland hat das erste im brandenburgischen Dahlewitz gefertigte V2500-Flugzeutriebwerk an das internationale Hersteller-Konsortium übergeben. Das Triebwerk wird in verschiedenen Airbus-Maschinen der Reihe A 320 eingesetzt. In einem Festakt würdigten Politiker wie Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) die „Erfolgsgeschichte“ des Standortes. Mit der Verlagerung der Produktion vom britischen Derby nach Dahlewitz konzentriert die britische Traditionsfirma Rolls-Royce ihre gesamte Produktion von Zweiwellentriebwerken in Brandenburg. Insgesamt wurden so rund 840 zusätzliche Arbeitsplätze in der Region geschaffen – allein 200 Mitarbeiter sind mit dem neuen Triebwerk beschäftigt.

Das multinationale Herstellerkonsortium International Aero Engines (IAE) habe aus diesem Anlass sein Engineering-Center ebenfalls nach Dahlewitz verlegt, teilte dessen Präsident Mark King mit. Weitere 500 Jobs entstehen durch ein gemeinsames Projekt von Rolls-Royce und Lufthansa im thüringischen Arnstadt, wo Triebwerke instand gehalten werden.

Das V2500 gehört zu den weltweit erfolgreichsten Triebwerken. Derzeit sind mehr als 1300 Jets bei 125 Fluglinien in 35 Ländern damit unterwegs. Täglich werden mit Hilfe der Triebwerke mehr als eine Million Passagiere befördert. Je zur Hälfte werden die Aggregate in Europa und den USA gebaut. In Dahlewitz sollen in diesem Jahr 386 Antriebe entstehen, davon 180 des neuen Modells.

Der Deutschland-Chef von Rolls- Royce, Axel Arendt, würdigte die hohe Motivation der Mitarbeiter, die hohe Managementqualität in Deutschland sowie die hervorragende Unterstützung durch die Politik auf allen Ebenen. „Ich bin zuversichtlich, dass Rolls-Royce auch in der Zukunft am Standort Deutschland weiter investieren wird, wenn die wirtschaftlichen Komponenten für die Qualität des Standortes erhalten bleiben oder möglichst noch weiter ausgebaut werden können“, sagte Arendt.

Für Brandenburgs Regierungschef Platzeck ist Dahlewitz eine Bestätigung der Landespolitik, die weniger werdenden Fördermittel auf ganz bestimmte Branchen und Standorte zu konzentrieren. Rolls-Royce sei ein Beispiel für die große Zukunft der Luft- und Raumfahrtindustrie in der Hauptstadtregion, erklärte Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU).

„Die Geschichte des produzierenden Gewerbes in den neuen Bundesländern ist ein gutes Beispiel dafür, dass der Aufbau Ost funktioniert“, sagte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Engelbert Lütke-Daldrup. Er verwies auf ein jährliches Wachstum von fünf Prozent und steigende Exportraten.

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