Wirtschaft : Erstes Handy aus Jucu Nokia beginnt die Produktion in Rumänien

Jucu/Berlin - Der finnische Handy-Hersteller Nokia hat am Montag in seinem neuen Werk im rumänischen Jucu die erste Montagelinie in Betrieb genommen. In der neuen Fabrik arbeiten vorerst 350 Angestellte, wie Nokia-Vizepräsident Juha Putkiranta vor Journalisten sagte. Der weltgrößte Handy-Hersteller will im Sommer sein Werk in Bochum schließen und aus Kostengründen den Großteil der Produktion nach Jucu verlagern. Die Pläne würden das Aus für rund 2300 Arbeitsplätze in Bochum bedeuten. Am Dienstag wird eine Delegation des Bochumer Betriebsrats Gespräche mit der Nokia-Führung in Finnland führen.

Konzernvize Putkiranta dankte am Montag den rumänischen Behörden dafür, dass es mit ihrer Hilfe gelungen sei, schon sieben Monate nach Baubeginn der Fabrik in Jucu mit der Produktion zu beginnen. Man habe die Region Cluj als Standort ausgesucht, weil sie eine „lange Industrietradition“ habe und über qualifizierte Arbeitskräfte verfüge. Die Fabrik in Jucu werde „ein wichtiger Teil unseres globalen Netzes“. Der Betrieb im siebenbürgischen Jucu stelle laufend neue Mitarbeiter ein, bis Ende 2009 sollen es insgesamt 3500 sein, sagte Putkiranta.

Die eigentliche Einweihung der gesamten Fabrik, von der weitere Teile noch gebaut werden, sei für den Herbst geplant. Nokia wünsche sich, dass auch seine Zulieferer so bald wie möglich in den neuen Industriepark bei Jucu zögen, sagte Putkiranta weiter. Weder er, noch der Werksdirektor John Guerry waren bereit, Auskünfte über Gewinnerwartungen in Rumänien, geplantes Produktionsvolumen sowie die Bezahlung der Angestellten zu geben.

Der deutsche Industrie- und Handelskammertag DIHK hat in seiner jüngsten Konjunkturumfrage festgestellt, dass deutsche Firmen wieder zunehmend Fertigung ins Ausland verlagern wollen. Dabei spielte der Fachkräftemangel und die Sorge vor hohen Lohnsteigerungen eine Rolle, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben dem „Handelsblatt“. dpa/Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar