Wirtschaft : Es fehlt an Mut und Spritzigkeit

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TELEKOMMUNIKATION

Bevor deutsche Telekommunikationsfirmen bereit sind, Geld für Forschung auszugeben, reden sie erst einmal über einen Businessplan. Das ist jedenfalls die Erfahrung, die Berthold Butscher, stellvertretender Direktor des Fraunhofer Instituts für Offene Kommunikationssysteme (Fokus), in Berlin gemacht hat. „Und die deutschen Firmen lassen sich ungern auf langfristige Engagements ein.“ Japanische und auch amerikanische Firmen hätten da einen wesentlich längeren Atem. So sei es kein Wunder, das neueste Trends immer wieder aus den USA kämen. „Den deutschen Firmen fehlt es an Spritzigkeit und Mut“, sagt Butscher. Viele Aufträge für sein Institut kämen daher aus dem Ausland, denn die deutsche Forschung befinde sich auf dem neuesten Stand.

Innovationen in der Telekommunikation sind Butscher zufolge in nächster Zeit vor allem im Bereich der mobilen Kommunikation zu erwarten. Als Forschungsschwerpunkte nennt er zum einen die Schaffung nahtloser Kommunikationsräume. „Egal wo wir in Zukunft sein werden – überall werden wir auf dieselbe gewohnte und auf den individuellen Nutzer zugeschnittene Kommunikationsumgebung zugreifen können.“ Ein zweiter Forschungsschwerpunkt sind Adhoc-Netze, die nur für bestimmte Situationen gebildet und wieder aufgelöst werden. Beispiele sind etwa Systeme zur Überwachung von Gebäuden oder auch Fahrzeugflotten. So wird etwa an Netzen geforscht, in denen einzelne Fahrzeuge Daten über die Verkehrslage sammeln und diese Daten automatisch an Verkehrsteilnehmer geben. vis

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