Wirtschaft : Es kann nur einen geben - im Revier

HEIKE JAHBERG

"Es kann nur einen geben", hatte Dieter Vogel gesagt.Kurz darauf mußte der Thyssen-Chef gehen.Das Duell hatte der Rivale gewonnen: Gerhard Cromme, Vorstandsvorsitzender von Krupp.Gestern ist Cromme seinem ehrgeizigen Ziel, Krupp-Hoesch mit Thyssen zu verschmelzen, wieder ein Stück nähergekommen.Nachdem die Wirtschaftsprüfer monatelang gerechnet hatten, steht nun fest, wieviele Aktien die bisherigen Thyssen- und Krupp-Aktionäre an der neuen Gesellschaft bekommen sollen.

Wer hätte das gedacht? Bis aufs Blut schienen sich die Revierkonzerne zu befehden, als Gerhard Cromme die Bombe von der feindlichen Übernahme Thyssens platzen ließ.Schnee von gestern.Seit dem vergangenen Jahr arbeiten die einstigen Konkurrenten beim Stahl zusammen - und profitieren beide.Längst vergessen sind auch die Diadochenkämpfe an der Spitze: Den neuen Giganten an Rhein und Ruhr wollen Cromme und Thyssen-Mann Schulz gleichberechtigt führen.

Die Signale stehen auf grün.Der weitere Zeitplan ist beschlossene Sache, der Vorsitz im Aufsichtsrat wird Thyssen-Oberkontrolleur Kriwet zufallen, und auch über den doppelten Unternehmenssitz der neuen Thyssen Krupp AG ist man sich einig.Beide Unternehmen stehen derzeit glänzend dar.Und die Firmenehe soll ihnen - dank der Synergien - weitere 450 Mill.DM einbringen.Quertreiben können jetzt eigentlich nur noch die Kleinaktionäre.Doch die wären schlecht beraten, Sand ins Fusionsgetriebe zu streuen.Denn: Es kann nur einen geben, wenn man Geld verdienen will.

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