Wirtschaft : "Es macht wenig Sinn, die nationalen Marken zu erhalten"

Wie haben sich die Terroranschläge auf die Lo

Peer Witten ist Vorstandschef der Bundesvereinigung Logistik und verantwortet beim Handelskonzern Otto den Vorstandsbereich Logistik.

Wie haben sich die Terroranschläge auf die Logistikbranche ausgewirkt?

Eine der direkten Folgen ist die Krise der Airline-Industrie. Wir haben rückläufige Fluggastzahlen. Hinzu kommt die zusätzliche Kostenbelastung durch die verschärften Sicherheitsauflagen.

Welche konkreten Maßnahmen werden getroffen?

Neben intensiveren Sicherheitskontrollen beim Einchecken werden jetzt auch alle Frachtsendungen durchleuchtet. Vor dem 11. September wurden nur Stichproben gemacht. Ein Problem bleibt aber, dass die Sicherheitsvorkehrungen auf den Flughäfen dieser Welt sehr unterschiedlich sind.

Wird der Versand von Paketen durch die schärferen Sicherheitsmaßnahmen teurer?

Ich glaube nicht, dass dies unmittelbar auf den Versandpreis durchschlägt. Aber man weiß nicht, ob es im Güterverkehr auf der Schiene oder Straße zusätzliche Auflagen geben wird, die weitere Kosten verursachen.

Halten Sie in dieser Krise staatliche Hilfen an die Airlines für sinnvoll?

Viele Airlines in den USA und Europa waren vor dieser Krise bereits tief in den roten Zahlen. Wenn man wie in der Schweiz und Belgien durch Subventionen die Fluglinien am Leben erhält, ist das nicht marktgerecht.

Was können die Krisen-Airlines jetzt tun?

Allianzen helfen, wenn sich kleinere Fluglinien in größere Verbünde wie Staralliance oder Global One einbringen. Die Frage ist, wie weit es Sinn macht, dann noch die nationalen Marken zu erhalten.

Otto hat viele Millionen in das Internet investiert. Sie sind an vielen Projekten wie MyToys oder Travelchannel beteiligt. Haben diese Marken eine Zukunft?

Wir glauben, das es für bestimmte Sortimente und Geschäftsideen einen Markt gibt. Zum Beispiel das Thema junge Familie mit MyToys. Oder beim Travelchannel, wo es ebenfalls mehr auf Inhalte ankommt. Der Reisende erhält Informationen über Land und Leute und möchte sich das gebuchte Hotel im Internet anschauen.

Wie will Otto den E-Commerce stärken?

Eine sehr wichtige Zielgruppe sind die Frauen. Wir haben heute mehr weibliche als männliche Nutzer, die zum Beispiel Textilien kaufen. Damit gleicht sich langsam aber sicher das Katalogverhalten dem Kaufverhalten im Netz an.

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