Wirtschaft : Es rauscht das Laufwerk

Die Geräte werden immer winziger, darunter leidet häufig die Tonqualität. Die Auflösung der Bilder hingegen wird stetig besser

Jahel Mielke
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Auf der Lauer nach guten Szenen. Einige Modelle erlauben 24 Stunden Dauerbetrieb. Foto: AFP

Die Sonne, die langsam ins Meer eintaucht, ein kleines Mädchen in Windeln, das erste vorsichtige Gehversuche unternimmt, die Oma, die am 90. Geburtstag die Kerzen auf ihrer Torte auspustet.

Manche Momente möchte man nicht nur mit einem Foto festhalten. Für Hobbyfilmer bieten Hersteller wie Panasonic, Sony oder Kodak eine große Bandbreite an Camcordern an. Die Entscheidung fällt jedoch nicht leicht, denn die Geräte unterscheiden sich nicht nur im Aussehen.

Grundsätzlich sollten Käufer entscheiden, ob sie einen hochauflösenden Camcorder (HD) oder ein Gerät mit Standardauflösung (SD) wollen und ob die Videos auf DVD, Festspeicher oder Festplatte (siehe Kasten) aufgezeichnet werden sollen. Diese Kategorien nutzt auch die Stiftung Warentest. Sie hat 19 Camcorder geprüft und sie dabei nach Auflösung und Speichermedium unterschieden. Die Tester nahmen Video- und Fotoqualität, den Ton und die Vielseitigkeit der Geräte unter die Lupe. Außerdem wurde untersucht, wie einfach die Camcorder zu bedienen waren und wie lange die Akkus bei vollem Betrieb hielten.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur der hochauflösende Camcorder Panasonic HDC-SD20 mit Festspeicher schnitt „gut“ab. 13 der getesteten Geräte waren nur „befriedigend“ trotz Preisen von bis zu 1500 Euro. Der HD-Camcorder von Medion - mit 149 Euro der günstigste im Test - erhielt gar die Note „mangelhaft“.

Praktisch ist, dass die Geräte immer kleiner werden. Darunter leidet aber der Ton. Keiner der getesteten Camcorder kam hierbei über ein „befriedigend“ hinaus. Durch die geringe Größe der Geräte liegt das Mikrofon oft dicht an internen Störquellen wie Laufwerk, Lüfter oder Zoommotor und zeichnet deren Geräusche mit auf. Gerade der teuerste im Test, der Panasonic HDC-HS300 für 1460 Euro, bietet nur „ausreichende“ Tonqualität. Allerdings kann zur Verbesserung ein externes Mikrofon angeschlossen werden. Diesen Anschluss hat neben dem teuren Panasonic allerdings nur noch der Sanyo Xacti.

Auch der Sucher ist ein Opfer der Verkleinerung der Geräte. Die meisten Recorder haben nur noch einen Klappmonitor. Bei starker Sonne ist es aber schwer, auf den Bildschirmen etwas zu erkennen. Nur zwei der getesteten Geräte haben noch einen Sucher: der Sony SD-Camcorder mit DVD und der Panasonic HDC-HS300.

Was die Aufnahmequalität angeht, sind Aufzeichnungen in HD sehr viel besser als in der Standardauflösung. Die beste Videoqualität im Test bietet der Sanyo Xacti für 585 Euro. Die HD-Geräte von Medion und Kodak halten nicht, was sie versprechen.

Welches Speichermedium sich anbietet, hängt davon ab, wie die Videos genutzt werden. Wer seine Urlaubsfilme möglichst schnell auf der Mattscheibe sehen will, sollte ein Gerät mit DVD-Aufzeichnung wählen. Die Scheiben lassen sich nämlich direkt abspielen. Wählt man allerdings die höchste Qualität beim Filmen, passen auf eine DVD nur 20 Minuten Videofilm. Von Camcordern mit Speicherkarte oder Festplatte lassen sich die Filme hingegen leicht auf den Computer übertragen. Dort können sie dann archiviert und bearbeitet werden.

Große Unterschiede zeigten sich im Test bei der Akkulaufzeit. Der Panasonic SDR-SW21 schaffte gerade mal 65 Minuten. Am meisten Ausdauer unter den HD-Camcordern bewies der Kodak Zi6 mit 128 Minuten Einsatzbereitschaft.

Ein Manko bei vielen Geräten: die Akkus können nur mit dem Camcorder gemeinsam geladen werden. Unpraktisch. Denn wenn die Kamera im Hotelzimmer lädt, geht die Sonne alleine unter.

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